Intel verliert erstmals seit 2007 Marktanteile

Ein Jahr lang hat Intel Quartal für Quartal Marktanteile gewonnen, doch jetzt ist laut dem Marktforschungsunternehmen iSuppli das Wachstum zunächst einmal vorbei.

Nach dem letzten Rückgang auf 78 Prozent im 4. Quartal 2007 wuchs Intels Marktanteil im Jahr 2008 ständig: 79 Prozent im 1. Quartal, 79,2 Prozent im 2. Quartal, 80,3 Prozent im 3. Quartal. Mit 81,6 Prozent im 4. Quartal folgte der vorläufige Höhepunkt. Nun fiel Intel mit 79,1 Prozent (-2,5 Prozent) wieder fast auf den Wert vom 1. Quartal 2008 zurück.

Gewinner war AMD, das seinen Marktanteil von 10,5 Prozent im 4. Quartal 2008 auf 12,8 Prozent im 1. Quartal 2009 erhöhen konnte, während alle anderen Hersteller inklusive VIA mit 8,1 Prozent Marktanteil fast stagnierten (Tabelle). Im Vergleich zum identischen Vorjahresquartal konnte aber auch AMD keinen Fortschritt erzielen: Bis auf eine Verschiebung um 0,1 Prozent ist die Situation genauso wie im 1. Quartal 2008.

HerstellerQ1 2009Q4 2008Q1 2008
Intel79,1 %81,6 %79,0 %
AMD12,8 %10,5 %12,9 %
Sonstige8,1 %7,9 %8,1 %

Gegenüber dem 4. Quartal 2008 konnte AMD seinen Marktanteil um 2,5 Prozent steigern, im Vergleich zum identischen Vorjahreszeitraum ist jedoch kein Fortschritt zu erkennen. Intel fiel im 1. Quartal 2009 nach starkem Wachstum im Jahr 2008 auf den Wert vom 1. Quartal 2008 zurück.

Durch den erheblichen Umsatzrückgang bei den Mikroprozessoren (im 1. Quartal 2009 wurden nur 6,9 Mrd. US-Dollar umgesetzt, was gegenüber 8,6 Mrd. Dollar im 1. Quartal 2008 ein Einbruch um 20,6 Prozent bedeutet) hat jedoch in absoluten Umsatzzahlen nicht nur Intel, sondern auch AMD verloren. AMD musste lediglich einen kleineren Rückgang verkraften als Intel, was im Wesentlichen durch den vergleichsweise guten Notebook-Verkauf begründet ist. Im PC- und Server-Markt waren dagegen die schlimmsten Rückgänge zu verzeichnen, was primär Intel getroffen hat.

Dass Intel nicht noch mehr verloren hat, hängt mit den guten Verkaufszahlen für den Atom-Prozessor zusammen, der im Netbook- und Embedded-Markt zum Einsatz kommt, auch wenn dessen Verkaufspreis natürlich erheblich unter dem der PC- und Server-Prozessoren liegt.

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet iSuppli bei den Mikroprozessoren einen Umsatzrückgang um 15,8 Prozent, was statt 34 Mrd. US-Dollar in 2008 nur noch 28,6 Mrd. Dollar bedeuten würde.