Innovation gegen die Rezession

Der Halbleiterverband SEMI hielt die ISS Europe erstmals in Dresden ab. Eines der zentralen Themen am ersten Tag war die Wirtschaftskrise und wie die Industrie damit umgeht.

Die Halbleiterindustrie hat noch nie solche anhaltend schlechte Zeiten erlebt, wie in den letzten Monaten. Das sagte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk zum Auftakt der ISS Europe 2009 in Dresden (Industry Strategy Symposium).

Das war bezeichnend, denn an diesem Thema kam niemand vorbei. Doch es scheint, als hat die Halbleiterindustrie den ersten Schock überwunden und arrangiert sich mit der neuen Situation. Für Intel etwa sieht das so aus, dass die Forschung und der Ausbau neuer Prozesstechniken konsequent fortgesetzt werden, so Jim O’Hara von Intel Irland. Auf der anderen Seite müssten die Ausgaben reduziert werden, wo immer es geht.

Auf diesen Balance-Akt zwischen Sparen und Weiterentwickeln ging auch Hans-Jürgen Straub, CEO von X-Fab, ein. So nutze seine Foundry die Flaute für Verbesserungen und Forschung, die während hoher Auslastungszeiten nicht möglich seien. Gespart werden müsse aber eben auch. Den jetzigen Abschwung bezeichnete Straub, der seinen Posten schon seit 16 Jahren hat, zwar als stärker als andere Krisen, allerdings gehöre so etwas auch zum Geschäft.



Weniger Geld zum Ausgeben hat auch Jean-Marc Chery, CTO von STMicroelectronics. Die Konsequenz daraus sieht er in der Fokussierung auf bestimmte Produktbereiche. Chery betonte außerdem, dass er die Anzahl der Mitarbeiter auf dem höchstmöglichen Niveau halten wolle.

Das dürften die meisten anderen Teilnehmer der ISS nur zu gut wissen, denn gerade in der Halbleiterindustrie sind qualifizierte Mitarbeiter eine Geschäftsgrundlage und sie zu verlieren, kann die Unternehmen im nächsten Aufschwung zurückwerfen.

Fokussieren will auch Maria Marced, President von TSMC in Europa. Allerdings nicht auf bestimmte Produktbereiche sondern auf Forschung und Entwicklung und den Ausbau des Kundenstamms. TSMC wolle sich verstärkt für Fab-lite-Modelle in Europa einsetzen. Dazu gehört auch die gemeinsame Forschungsarbeit mit den jeweiligen Unternehmen.

Mikroelektronik vs. EU

Thema der ISS Europe war auch die Strategie der Mikroelektronik für Europa. Neben zahlreichen Bekenntnissen zu den europäischen Fabs wie etwa Intel, NXP oder STMicroelectronics, ging es bei den Diskussionen auch wieder um den fehlenden Rückhalt der EU.