Infineon will Einsparungen mehr als verdoppeln

Mit den Ergebnissen zum ersten Quartal gab Infineon bekannt, die jährlich geplanten Einsparungen von 250 Millionen Euro auf 600 Millionen Euro zu erhöhen. Das liegt in erster Linie an der niedrigen Fab-Auslastung.

Sparen will Infineon vor allem bei den Fertigungskosten, wo 400 Mio. Euro weniger ausgegeben werden sollen. Der Grund dafür sind die niedrigen Fab-Auslastungen, die derzeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Zu den Maßnahmen gehören etwa die Kurzarbeit in den Werken Dresden und Regensburg. Einen weiteren Personalabbau will Infineon-Chef Pete Bauer vermeiden, kann ihn aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage aber nicht ausschließen. Auch Gehaltserhöhungen wird es bei Infineon in diesem Jahr nicht geben.

Die anderen 200 Mio. Euro sollen bei den Betriebskosten wie etwa Vertrieb, Marketing, Entwicklung und Verwaltung gespart werden.

Der Umsatz von Infineon lag im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres bei 830 Millionen Euro. Das sind 28 Prozent weniger als im Vorquartal und 24 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der Grund für den Umsatzrückgang war eine nachlassende Nachfrage in allen Bereichen und Lagerräumungen der Kunden von Infineon. Mit minus 34 Prozent ging der Umsatz im Automotive-Bereich am stärksten zurück.

Der Verlust für das erste Quartal beträgt 404 Millionen Euro, wobei 288 Millionen Euro aus Kosten der Qimonda-Insolvenz und dem Verkauf der Inotera-Anteile herrühren.

Im ersten Quartal 2007 hatten Qimondas Verluste die Bilanz noch mit 577 Mio. Euro belastet, während Infineons alleinige Geschäfte einen Gewinn von 48 Mio. Euro brachten.

Durch die laufenden Sparmaßnahmen konnte Infineon in diesem Quartal rund 45 Mio. Euro Betriebskosten im Vergleich zum Vorquartal einsparen. Von dem im vergangenen Jahr angekündigten Abbau von 3000 Stellen sind derzeit schon rund 2700 Stellen sowie Stellen von Leiharbeitern weggefallen.

Infineon-Chef Bauer bezeichnete die Ergebnisse für das erste Quartal trotz der extrem schwierigen Marktlage als stabil. Besonders die Sparmaßnahmen hätten Erfolg gehabt.

Für das zweite Quartal geht Infineon von einem Umsatzrückgang von ungefähr 10 Prozent aus.