Infineon streicht 2000 Stellen in Deutschland

Mit Bekanntgabe der Ergebnisse des dritten Quartals kündigte Infineon auch den »unumgänglichen« Abbau von weltweit 3000 Stellen an, 2000 davon allein in Deutschland.

Eigentlich liefen die Geschäfte gar nicht so schlecht für Infineon. Der  Umsatz stieg im Vergleich zum dritten Quartal 2007 um 2 Prozent auf 1,029 Milliarden Euro. Der Gewinn im operativen Geschäft lag bei 71 Mio. Euro. In dem Gewinn sind auch 41 Mio. Euro aus dem Verkauf der Festplattensparte an LSI enthalten. Im vergangenen Jahr waren es 13 Mio. Euro.

Das unter dem Strich jedoch ein Minus von 592 Mio. Euro steht, liegt an Infineons Beteiligung an Qimonda. Die in der Bilanz als »nicht fortgeführte Aktivitäten« auftauchende Beteiligung belastet das Ergebnis weiterhin stark. Zusammen mit dem Anteil an Qimondas Verlust für das dritte Quartal sowie Abschreibungen ergibt sich eine Summe von 637 Mio. Euro. Bis zur Hauptversammlung 2009 will Infineon seinen Anteil auf unter 50 Prozent reduzieren.

Im Zuge der Reorganisation und des Kostensenkungsprogramms kündigte Infineon an, dass ein Abbau von 3000 Stellen unumgänglich sei. Er betrifft alle Standorte, Funktionen und Hierarchieebenen. Ingesamt will Infineon jährlich 200 Mio. Euro sparen.

Von den 2000 Stellen die in Deutschland wegfallen ist München mit 650 Stellen betroffen, Regensburg mit 600 und Dresden wie bereits bekannt ebenfalls mit 650. Außerdem sollen 400 Stellen im österreichischen Villach wegfallen. Der Stellenabbau solle ab Oktober zuerst auf freiwilliger Basis mit einer Trennungsprämie ablaufen, so Infineon-Chef Peter Bauer.

Im dritten Quartal ging der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal leicht zurück. Dabei machte Infineon der ungünstige Wechselkurs sowie ein schwaches Geschäft mit Automobil-Elektronik in den USA zu schaffen. Grund sei der Rückgang der Nachfrage nach großen Autos, in denen mehr Elektronik steckt, als in kleinen Wagen. In Europa und Asien sei die Nachfrage nach Automobil-Elektronik hingegen gut. Im Segment »Industrial & Multimarket« sei der Rückgang saisonal bedingt.

Auch im Segment »Communication Solutions« stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21 Prozent auf 313 Mio. Euro. Trotzdem fiel ein Verlust von 30 Mio. Euro an. Zum höheren Umsatz trug besonders eine höhere Produktion von HSDPA-Chips bei, die u.a. bereits in 2 Handys von Samsung enthalten sind. Im vierten Quartal soll der Umsatz weiter steigen und der Verlust zurückgehen.

Für das vierte Quartal erwartet Infineon ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.