Infineon schreibt Qimonda ab

Das wird teuer: Infineon will Qimonda nicht mehr in der eigenen Bilanz führen, damit sind Kosten in Höhe von 1 Milliarde Euro verbunden. Qimonda gab nach erneut desaströsen Quartalszahlen bekannt, jede zehnte Stelle zu streichen.

Infineon sprach von einem nächsten Schritt zur Veräußerung von Qimonda. Vermögen und Schulden von Qimonda werden demnach unter »Zum Verkauf stehende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten« in Infineons Bilanz auftauchen. Gewinn bzw. Verlust von Qimonda werden dann als »Überschuss/Fehlbetrag aus nicht fortgeführten Aktivitäten« aufgeführt.

Bei diesem Schritt wird Qimonda nach seinem Zeitwert bewertet. Zwischen diesem Zeitwert und dem Buchwert bei Infineon liegt eine Differenz von einer Milliarde Euro. Bei Infineon wird Qimonda noch mit 12 Dollar pro Aktie geführt, der aktuelle Wert der Aktie liegt mittlerweile jedoch bei 3,70 Dollar. Derzeit hält Infineon noch einen Anteil von rund 75 Prozent an Qimonda.

Die neuen Quartalszahlen von Qimonda lassen unterdessen nichts Gutes erwarten. Der Verlust ging im Vergleich zum letzten Quartal von 598 Millionen auf 482 Mio. Euro zurück. Aber auch der Umsatz sank im gleichen Zeitraum von 513 auf 412 Mio. Euro. Im zweiten Quartal des Vorjahres wies Qimonda noch einen Umsatz 984 Mio. Euro und einen Gewinn von 57 Mio. Euro aus. Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres sind die DRAM-Preise um 67 Prozent gefallen.

Aus diesem Grund will Qimonda Kosten in Höhe von 180 Mio. Euro einsparen. Ein Teil davon ist der Abbau von 10 Prozent aller Stellen weltweit. Das sind rund 1350 Mitarbeiter.

Zu den bisherigen Maßnahmen zur Kosteneinsparung hatte unter anderem gehört, dass Qimonda keine Chips mehr von Infineon in Dresden fertigen lässt. Die Produktivität soll mit der neuen Buried-Wordline-Technologie verbessert werden, die auch Qimondas Partner Winbond verwenden wird. Im September will Qiomnda die ersten Speicher, die mit dieser Technologie gefertigt wurden, anbieten.