Infineon nach DRAM-Preisverfall erneut defizitär

Auch im ersten Geschäftsquartal (31.12.) des neuen Geschäftsjahres gelang Infineon Technologies nur teilweise eine Trendwende. Der Konzernumsatz lag mit 1,67 Mrd. Euro drei Prozent unter dem Vorquartalswert.

Der vom Preisverfall im DRAM-Geschäft ausgelöste Umsatzrückgang ließ den EBIT-Fehlbetrag von 43 auf 122 Mio. Euro steigen. Dass der Verlust nicht noch stärker anstieg, war die Folge einer nach Worten von Infineon-CEO Wolfgang Ziebart »sehr positiven« Entwicklung im Geschäft mit Logikbausteinen. Vor allem mit dem Verlauf im Kommunikationsbereich äußerte sich Ziebart »sehr zufrieden«. Die Cash-Position ging ergebnis- und investitionsbedingt um 405 Mio. Euro zurück. Mit den verbliebenen 1,9 Mrd. Euro ergebe sich nach Worten von Finanzvorstand Peter Fischl dennoch eine »solide Grundstruktur« der Infineon-Finanzen.
Auf die Entscheidung, die Speichersparte bis Ende Juni auszugliedern, hat das Ergebnis nach Worten von Ziebart keinen Einfluss. »Die Gründe für die Ausgliederungsentscheidung gelten weiterhin« versicherte der Infineon-CEO, der zugleich anmerkte, dass es weiterhin keinen Beschluss über einen Börsengang der Speichersparte gebe. Man sei sich zwar weiterhin einig, dass ein IPO die beste Lösung wäre, »alles andere wurde uns aber in den Mund gelegt«, so Ziebart.
Was das Speichergeschäft angeht, äußerte der Infineon-Chef die Überzeugung, dass Infineon seinen Rückstand auf Marktführer Samsung im 90-nm-Bereich auf drei Monate verringert habe. In puncto 70-nm-Strukturen werde man zudem »sehr nah« aufschließen können.
Für das laufende zweite Quartal erwartet Infineon für den Logikbereich einen weiter stabilen Geschäftsgang, mit einem saisonal bedingten Rückgang im Kommunikationsbereich, und einen erneuten Anstieg des EBIT-Fehlbetrages. Was das Speichergeschäft angeht, rechnet Ziebart auf jeden Fall mit sinkenden Kosten, denen derzeit eine leichte Erholung der Preise gegenüber stehe. Angesichts der Volatilität des Speichergeschäfts wollte er jedoch weder eine weiter gehende Umsatzprognose abgeben noch sich auf den Zeitpunkt der Rückkehr in die Gewinnzone festlegen. Auch Spekulationen über die Schaffung einer deutsch-niederländischen Halbleiterfirma durch Zusammenführung von Infineon und der Philips-Halbleitersparte trat Ziebart entgegen. Er gestand in diesem Zusammenhang nur, dass in der Branche »jeder mit jedem spreche«.