Infineon gibt vorab operativen Gewinn bekannt

Nachdem die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) die geplante Kapitalerhöhung beim deutschen Chiphersteller Infineon genehmigt hat, gab das Unternehmen überraschenderweise vorab einen operativen Gewinn für das 3. Quartal bekannt.

Die endgültigen Zahlen werden offiziell erst am 29. Juli vorgestellt. In einem für Infineon ungewöhnlichen Schritt veröffentlichte man jetzt vorläufige Zahlen für das am 30. Juni geendete 3. Quartal des Geschäftsjahres.

Ingesamt konnte bei einem Umsatz von 845 Mio. Euro ein operativer Gewinn von 8 Mio. Euro eingefahren werden. Der Umsatz ist zwar im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres um 18 Prozent gesunken, jedoch im Vergleich zum 2. Quartal 2009 um 13 Prozent gestiegen.

Wenig überraschend ragte besonders das Wireless-Segment heraus: Dank neuer Verträge mit Nokia und Apple für dessen iPhone 3GS wurde ein Gewinn von 17 Mio. Euro bei einem Umsatz von 206 Mio. Euro erwirtschaftet.

Auch die Geschäftsfelder Industrial & Multimarket (Umsatz 228 Mio. Euro, Gewinn 9 Mio. Euro) und ChipCard&Security (Umsatz 82 Mio. Euro, Gewinn 4 Mio. Euro) waren profitabel. Einziger Verlustbringer war bei einem Umsatz von 206 Mio. Euro und einem Verlust von 17 Mio. Euro das Automotive-Segment.

Der gerade veräußerte Wireline-Bereich konnte bei einem Umsatz von 84 Mio. Euro einen Gewinn von 7 Mio. Euro verbuchen. Alle anderen Aktivitäten Infineons generierten zusammen einen Verlust von 14 Mio. Euro.

Derweil wurde die geplante Kapitalerhöhung, die den Einstieg des Finanzinvestors Apollo ermöglichen soll, von der Bundesfinanzaufsicht (BaFin) genehmigt. Der Deal ist damit allerdings noch nicht perfekt: Da die bestehenden Infineon-Aktionäre ein Vorkaufsrecht für die neuen Aktien bei einem Kurs von 2,15 Euro haben, könnte die angestrebte Beteilung von knapp 30 Prozent durch Apollo scheitern – wenn nämlich weniger als 15 Prozent Beteiligung für Apollo übrig bleiben, wird sich das Unternehmen nach eigenen Angaben zurückziehen.

Auch die deutschen Exportbehöden haben – zumindest theoretisch – noch ein Wort mitzureden: Da im ChipCard&Security-Segment sicherheitsrelevante Technik produziert wird, müssen auch sie einen Einstieg Apollos abnicken.