Heuschrecke steigt bei Infineon ein

Der Halbleiterhersteller Infineon hat eine Kapitalerhöhung von rund 725 Mio. Euro beschlossen. Das meiste Geld dafür kommt vom amerikanischen Finanzinvestor Apollo, der damit größter Anteilseigner wird.

Infineon will 337 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 2,15 Euro ausgeben. Der Investor Apollo Global Management LLC
will allein 326 Mio. dieser Aktien kaufen. Das entspricht gut 700 Mio. Euro.

Damit könnte Apollo nach aktuellem Aktienkurs knapp 29 Prozent an Infineon bekommen, angeblich will man einen Anteil von mindestens 15 Prozent erwerben. Damit würde der bislang größte Aktionär Dodge & Cox mit rund 10 Prozent an der Spitze abgelöst.

Nachdem sich Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley und Vorstandssprecher Peter Bauer in der Vergangenheit stets gegen den Einstieg von Finanzinvestoren ausgesprochen hatten, haben sie ihre Meinung offensichtlich auf Grund der aktuellen Finanzprobleme geändert. Möglicherweise wird Apollo zwei Personen in den Aufsichtsrat entsenden und dort sogar den Vorsitzenden stellen, nachdem Kley seinen Rücktritt zur nächsten Hauptversammlung Anfang 2010 angekündigt hat.

Im Aufsichtsrat soll es wegen des Einstiegs von Apollo heftige Diskussionen gegeben haben, da die 700 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch sind wie Infineons tatsächlicher Bedarf auf Grund der 2010 zurückzuzahlenden Wandelanleihen. Am Ende des Tages hat man sich aber offensichtlich entschieden, Apollos Wunsch nach möglichst großem Einfluß zu befriedigen.