Halbleitermarkt bricht noch stärker ein

Die Marktforscher können ihre Prognosen gar nicht so schnell anpassen, wie die Umsätze zurückgehen. So korrigierten die Marktforscher von Gartner ihre erst kürzlich aufgestellte Prognose noch für dieses Jahr deutlich nach unten.

Täglich verschlechtern sich die Prognosen für den weltweiten Halbleitermarkt. So ging die SIA (Semiconductor Industry Association) vor einem Monat noch von einem Wachstum von immerhin 2,2 Prozent in diesem Jahr aus. Erst im nächsten Jahr sollte der Markt dann um 5,6 Prozent zurückgehen.

Ein düsteres Bild, das offensichtlich auf aktuellere Daten gestützt ist, zeichnet das Marktforschungsunternehmen Gartner. Demnach soll der Umsatz schon in diesem Jahr um 4,4 Prozent zurückgehen. Gartner und die SIA gehen allerdings von leicht unterschiedlichen Umsatzvolumen aus. Auch Gartner selbst war Anfang November noch von einem Wachstum des Halbleitermarktes für dieses Jahr ausgegangen.

Im letzten Quartal 2008 sei das Marktumfeld deutlich schlechter geworden, sagte Andrew Norwood von Gartner und weist damit auf das derzeit größte Problem der Marktforscher hin, die keine langfristigen Prognosen mehr aufstellen können. So hätten viele Unternehmen ihren Umsatzausblick während des Quartals korrigieren müssen.

Für 2009 gab Gartner gar nicht erst eine konkrete Prognose ab. Fest steht nur, das es noch schlechter werden soll, da der Wirtschaftsabschwung umfangreicher und nicht nur auf einen Sektor konzentriert sei, wie etwa 2001. Die Gewinnspannen bei Herstellern mit eigenen Fabs würden sich aufgrund der niedrigen Auslastungen deutlich verschlechtern.

Vorläufige Top 10 der größten Halbleiterhersteller 2008