Internt der Dinge Grundgedanken zum IoT

IOT ein wachsenden Mark

Mit dem Internet der Dinge entsteht insbesondere für europäische Unternehmen in den Bereichen Konsumgüter-, Industrie-, Medizin- und Automobilelektronik die Chance, am rasant wachsenden Internet-Markt teilzuhaben und mit neuen Systemen ganz neue Märkte zu erschließen. Die Distribution kann die Hersteller dabei durch fachübergreifendes Know-how unterstützen.

Am Anfang gab es nur Großrechner, dann leitete der PC eine regelrechte Revolution in unserem Alltag ein. Das Internet und Smartphones machten schließlich in einer zweiten Revolutionswelle durch die permanente Anbindung an alle Computer weltweit völlig neue Formen der Kommunikation möglich. Derzeit rollt mit dem Internet of Things die dritte datentechnische Revolution an, die eine weitere grundlegende Umgestaltung unserer Berufs-, Alltags- und Freizeitwelt zur Folge haben wird und deren Konsequenzen wir noch gar nicht in vollem Umfang absehen können.

Was ist mit dem Internet der Dinge eigentlich konkret gemeint? Vereinfacht gesagt erhält fast jeder Alltagsgegenstand einen Anschluss ans Internet sowie eine eindeutige, weltweit einmalige IP-Adresse, unter der er von jedem beliebigen Ort beziehungsweise Gerät aus erreichbar ist. Bisher waren nur Computer, PCs, Smartphones, Tablets und diverse komplexe Maschinen mit dem Internet verbunden, aber der Trend geht dahin, Objekte wie Lichtschalter, Leuchten, Sensoren, Klimaanlagen, Autos, Stereoanlagen und Waschmaschinen ebenfalls mit einem Internet-Anschluss auszustatten.

Im Rahmen des Internets der Dinge erwarten Marktexperten gemäß einer Cisco-Studie 50 Milliarden Connected Devices im Jahr 2020. Etwa die Hälfte davon werden keine konventionellen Knoten mehr sein, wobei zu den konventionellen Knoten vor allem Geräte wie Großrechner, PC und Smartphone zählen. Die anderen 25 Milliarden Netzwerkknoten sind in „Things“ integriert, was insbesondere für europäische Unternehmen äußerst interessant sein könnte.

Neue Potenziale für Europa

Erstmals kam Connectivity in der uns bekannten Form bei PCs zum Einsatz, danach kamen die Smartphones und Konsumgüter wie beispielsweise TV-Geräte mit Internet-Anschluss hinzu. Auf diesen Märkten sind vor allem Unternehmen aus Nordamerika und Asien aktiv, aber zum Internet der Dinge gehören auch Aspekte wie Industrie 4.0 und Connected Cars. Das Internet of Things betrifft also die Produkte, bei denen europäische Unternehmen weltweit führend sind.

Am stärksten können die Branchen Automobilbau, Maschinenbau und Elektrotechnik von der Industrie 4.0 profitieren, die ja ein Teil des Internet of Things ist. Diese Chance sollten die involvierten Unternehmen wahrnehmen, um nicht Gefahr zu laufen, von – bisher vielleicht noch gar nicht existierenden – Konkurrenten abgehängt zu werden. Da die Landschaft der Industrieautomatisierung in hohem Maße von mittelständischen Unternehmen geprägt ist, kommt der Distribution beim Internet der Dinge eine besondere Rolle zu. Firmen im Bereich Gebäude­automatisierung, die Schalter, Leuchten, Thermostate und ähnliche Produkte entwickeln beziehungsweise fertigen, müssen sich die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, ihre Erzeugnisse an Netzwerke beziehungsweise ans Internet anzubinden. Für Applikationen rund um das Internet of Things ergibt sich dieselbe Fragestellung.

Smart Devices

Eine Möglichkeit, Anwendungen für das Internet der Dinge zu realisieren, stellen die Smart Devices dar. In einem Smart Device sorgt eine Connectivity-Funktion für die Internet-Anbindung. Diese wird in ein existierendes oder zu entwickelndes Gerät integriert. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, in einen Thermostaten einen Regler sowie eine Connectivity-Funktion einzubauen. Eine andere Lösungsvariante könnte darin bestehen, innerhalb einer Wohnung etwa 100 Temperatursensoren zu installieren, die ihre Messwerte in einem wohnungsinternen Netzwerk zur Verfügung stellen. Die Heizung darf die Messwerte dieser Sensoren zur Temperaturregelung verwenden, doch sie ist dabei nur einer von mehreren Verwertern der Sensordaten.

Andere Systeme können Bewegungen oder die Temperaturverteilung im Raum erfassen. Alle Sensordaten des Hauses werden dann zentral gesammelt und von verschiedenen Untersystemen mittels einer Datenanalyse individuell ausgewertet. So besteht die Möglichkeit, Muster zu erkennen und daraus entsprechende Dienstmodelle abzuleiten. Je nachdem, welche Firmen sich mit dem Thema beschäftigen, ergibt sich hier ein völlig anderer Ansatz, denn schließlich hat beispielsweise ein Hersteller von Heizungssteuerungen andere Präferenzen als ein Hersteller von Beleuchtungstechnik.

Über das Internet of Things wäre es denkbar, eine beliebig große Anzahl an Leuchten anzusteuern. Bewegungssensoren könnten hierbei den Standort einer Person in einem langen Korridor erfassen und dafür sorgen, dass die direkte Umgebung der Person stets ausgeleuchtet wird, während der Rest des Korridors stark heruntergedimmt ist. Eine solche Funktion würde zu beachtlichen Energieeinsparungen führen.