Schuldenabbau Geht NXP an die Börse?

NXP befindet sich größtenteils in Privatbesitz einer Investorengruppe. Die will nun offensichtlich an die Börse gehen, damit das Unternehmen Schulden abbauen kann. Allerdings würden sich dadurch auch die Kräfteverhältnisse ändern.

Noch gibt es keine Stellungnahmen von NXP zu dem Thema. Mehreren Medienberichten zufolge soll der Chiphersteller ein Initial Public Offering (IPO) planen, mit dem Ziel bis zu einer Milliarde Dollar einzunehmen.

Derzeit befindet sich NXP zu 80 Prozent in Besitz der Investorengruppe Kaslion, zu der Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR), Silver Lake Partners und die AlpInvest Partners gehören. Die restlichen 20 Prozent hält Philips.
Diese Konstellation gibt es seit dem Jahr 2006, als die Halbleitersparte von Philips als NXP ausgegründet wurde. Zur Finanzierung dieser Übernahme hatte NXP Schulden in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aufgenommen. Derzeit sollen die Schulden bei noch rund 5 Mrd. Dollar liegen.

Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins Bloomberg plant der Hauptinvestor KKR nun, durch einen Börsengang rund eine Milliarde Dollar einzunehmen, um diese Schulden abzubauen.

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt in diesem Zusammenhang, dass Investmentunternehmen den Börsengang ihrer Beteiligungen dazu nutzen, um sich daraus zurückzuziehen. In der Finanzkrise wäre es sehr schwierig gewesen, sich von Investitionen zu trennen.

Immerhin würde die Investorengruppe durch eine öffentliche Ausgabe von Aktien an Einfluss verlieren. Derzeit nominiert sie 6 der 8 Aufsichtsratsmitglieder von NXP direkt, ein siebentes Mitglied wird zusammen mit Philips nominiert.

Der IPO könnte also auch ein Indiz dafür sein, dass sich die Investoren von NXP zurückziehen oder zumindest ihre Anteile verringern wollen.

NXP steht aufgrund der hohen Schuldenlast unter einem hohen Spardruck. Im September 2008 hatte das Unternehmen den Abbau von 4.500 Stellen bekannt gegeben. 2009 musste NXP einen Umsatzrückgang von rund 30 Prozent verzeichnen.