Geht dem Halbleitermarkt die Puste aus?

Das Marktforschungsunternehmen iSuppli wird seine Wachstumsprognose für den weltweiten Halbleitermarkt nach unten korrigieren. Gründe dafür sind niedrige Preise sowie das schwächelnde NAND-Flash-Geschäft.

So hatte Apple vor kurzem angekündigt, weniger NAND-Flash zu kaufen, als vorhergesagt. In dieser Woche hatte Intel seine Gewinnspanne um zwei Prozent nach unten korrigiert. Grund dafür war ebenfalls das Geschäft mit NAND-Flash-Speichern. Neben derzeitig niedrigen Preisen ist das Grund genug für iSuppli, seine Marktprognose für das Jahr 2008 leicht zu reduzieren. Wie weit genau, wird iSuppli Ende des Monats bekannt geben.

Das die ursprüngliche Prognose höher ausgefallen sei liege daran, dass der Halbleitermarkt seinem Zyklus entsprechend in diesem Jahr deutlich wachsen sollte. So hatte iSuppli ein Wachstum von 7,5 Prozent vorhergesagt. Tatsächlich wächst der Markt momentan nur zögerlich. Im Vergleich zum vierten Quartal 2007 werden die weltweiten Umsätze vermutlich um 7,5 Prozent zurück gehen, was jedoch auch saisonal Ursachen hat.

Als positiv wertete iSuppli die besseren Kontrollmechanismen des Marktes. So seien im Gegensatz zum Markteinbruch im Jahr 2001, die Überkapazitäten nicht besonders hoch. Die Situation von Angebot und Nachfrage sei derzeit in einem gesunden Verhältnis, urteilte Dale Ford von iSuppli. Die Lagerbestände würden in diesem Quartal auf ein Volumen von etwa 3,3 Mrd. Dollar zurückgehen. Im ersten Quartal 2006 lag der Wert noch bei 6,1 Mrd. Dollar.

Außerdem geht iSuppli davon aus, dass die Halbleiter-Produktion in diesem Jahr leicht zurückgehen wird. Das würde wiederum die negativen Auswirkungen des prognostizierten schwachen Wachstums oder sogar einer milden Rezension der US-Industrie abschwächen.

Neben dem Preisverfall bei NAND-Flash, hatte nämlich auch Apple seinen geringeren Bedarf an diesen Speichern mit der gesunkenen Kauflust begründet.

Insgesamt zeige das geringere Wachstum in diesem Jahr auch einen großen Trend: So seien vor 20 Jahren noch Wachstumsraten von 27 Prozent und Verluste von 17 Prozent typisch gewesen. Mittlerweile seien 7 Prozent normal. Das spreche dafür, dass die Halbleiterindustrie reifer geworden sei, so Dale Ford.

Mit Spannung erwarten die Analysten die Ergebnisse für das zweiten Quartal 2008. Dieses Quartal sei wegweisend für die weitere Entwicklung in diesem Jahr. Im Moment liegt die Prognose bei einem Wachstum von 4,6 Prozent.