Future Horizons: Unsicherheit beherrscht den Markt

Auch wenn alle glauben, dass der Halbleitermarkt nach unten abrutscht, Malcolm Penn von Future Horizons bleibt optimistisch. Die Hersteller müssten nur einen kühlen Kopf bewahren und nicht immer nur auf die nächsten Quartalszahlen schielen.

»Die Industrie ist und bleibt zyklisch, wobei die Zyklen generell durch den Preis und nicht durch das Volumen getrieben sind«, betont Malcolm Penn, President und CEO von Future Horizons. Und die Hersteller müssten endlich lernen, mit diesen Zyklen zu leben. Das heißt für Penn auch, dass die Hersteller selbst in schlechten Zeiten niemals aufhören dürfen, in R&D zu investieren, denn »der Umsatz lässt sich nur durch mit Produkten der nächsten Generation steigern. Mit alten Produkten lässt sich kein Geschäft machen«. Werden diese Investitionen reduziert, mache sich das zwar erst langfristig bemerkbar, aber dann sei es in vielen Fällen zu spät.

Wobei Penn weiter erklärt, dass die Industrie zwar technologiegetrieben sei, die Technologie selbst aber keine Rolle spiele. Penn: »Sie gilt als gegeben. Die ›Execution‹ macht den Unterschied. Es ist entscheidend, als Erster am Markt zu sein und zwar mit einem Produkt, das gut genug ist, denn die Marktfenster schließen sich schnell.« Außerdem sei heute nicht mehr die Hardware sondern die Software entscheidend.

Dementsprechend ist Penn auch voll des Lobes für das Fabless-Business-Modell. Einzig das Fab-Lite-Business-Modell bereite ihm Kopfzerbrechen. Aus seiner Sicht ist es oft leichter, eine Fabrik zu führen, als eine vorhandene Infrastruktur abzubauen.

Die Argumente »Erhöhung des Shareholder-Values durch die Übertragung der Last einer Fab auf andere Schultern« oder »dass Foundries ihre Fabriken in jedem Fall effektiver auslasten können« mögen zu einem gewissen Zeitpunkt zwar stimmen, für Penn stellt sich allerdings die Frage: »Wird das immer der Fall sein? Und hier habe ich meine ganz großen Zweifel.« Auch deshalb, weil Penn der festen Überzeugung ist, dass die Foundries über kurz oder lang ihre Preise anheben müssen.

»Mehr für weniger Geld ist einfach kein langfristig gesundes Geschäftsmodell«, betont Penn. Er verweist auf diverse Beispiele, die mit der derzeitigen Situation am Foundry-Markt vergleichbar sind. So erinnert er in diesem Zusammenhang an japanische Motorräder, Kameras oder Fernsehgeräte. Anfänglich wären diese Produkte besser und deutlich billiger als hierzulande gewesen. Das war aber genau so lange der Fall, bis die japanischen Hersteller eine Vormachtstellung erreicht hatten und dann einen Aufpreis für den akzeptieren Brandnamen verlangen konnten.

Penn: »Dann waren die Produkte zwar immer noch besser, aber sie wurden auch wesentlich teurer.« Und einen ähnlichen Verlauf erwartet er für die Foundry-Industrie. Er ist der festen Überzeugung, dass billige Wafer von der Foundry bald der Vergangenheit angehören werden.

Die bereits zurückgefahrenen Investitionen in den Kapazitätsausbau seien ein klares Anzeichen dafür, dass die Foundry-Industrie mittlerweile umdenkt. Wobei Penn betont, dass die Reduktion der Investitionen nicht aufgrund von bestehenden Überkapazitäten gemacht wurde, »denn diese existieren nicht«, sondern vielmehr aufgrund des fallenden ASPS.