Fujitsu: High-End-Grafik-Controller für Industrie- und Automotive-Applikationen

Fujitsu Microelectronics Europe erweitert seine High-End-Grafik-Controller-Familie um den MB86298 »Ruby«, eine hochintegrierte GPU (Graphics Processing Unit) für Grafikapplikationen im Automotive- und Industriebereich.

Definiert gemäß OpenGL ES 2.0/OpenVGTM-1.0 verfolgt Fujitsu mit dem Ruby Zielapplikationen wie Instrument Cluster (hybrid/virtual), Navigations-/Head-Units, HUD (Head up Displays) oder RSE (Rear Seat Entertainment). Der in 90-nm-Technologie entwickelte Chip ermöglicht wie seine Vorgänger die Überlagerung von Computergrafiken und Videodaten. Die programmierbare Rendering-Pipeline erlaubt anwendungsspezifische Operationen an Koordinaten und Fragmenten und erzeugt mit OpenGL ES 2.0 konformen Geometrie-, Farb- und Beleuchtungsalgorithmen detailreiche und realitätsnahe 2D- und 3D-Grafiken.

Der Video-Eingang hat Anschlussmöglichkeiten für bis zu vier Datenquellen und unterstützt das parallele Einlesen in den Formaten ITU-R BT 601/656, DRGB 888 (bis zu 1280 Pixel horizontale Auflösung) und SMTPE 296M. Bildratenanpassung, Farbraumkonvertierung, Up-/Down-Scaling sowie adaptives De-Interlacing sind weitere Methoden, die zur Bearbeitung der Videodaten zur Verfügung stehen.

Mit dem frei programmierbaren Dual-Display-Controller können Display-Panels mit Auflösungen bis zu 1400 x 1050 Pixel (oder als Widescreen mit bis zu 1600 x 600 Pixel) angesteuert werden. Zusätzliche Funktionen wie Gammakorrektur und Dithering ermöglichen individuelle Farbanpassung entsprechend den Erfordernissen der einzelnen Displays. Die Einheit unterstützt darüber hinaus Dual-View-Displays, die z.B. in einem CID (central information display) dafür benutzt werden, um unterschiedliche Inhalte für Fahrer und Beifahrer auf dem gleichen Bildschirm anzuzeigen.

Ein integrierter SSCG (Spread Spectrum Clock Generator) minimiert durch kleinste Frequenzänderungen der Taktversorgung die elektromagnetische Interferenz (EMI). Die eingebaute JTAG-Schnittstelle (IEEE 1149.1-konform) ermöglicht mit dem Boundary-Scan-Test die Überprüfung der Zuverlässigkeit der Lötverbindung bei der Platinenbestückung. Der MB86298 wird gemäß der im Automobilbereich standardisierten Qualitätsnorm AECQ100 für den erweiterten Temperaturbereich von -40 °C bis +85 °C qualifiziert.