Fraunhofer-Studie sagt für 2030 drastischen Rohstoffmangel voraus

Im Jahr 2030 könnte es für viele Zukunftstechnologien inklusive Halbleiter düster aussehen: Nach einer Studie der Fraunhofer-Gesellschaft werden diverse Rohstoffe nicht mehr in ausreichender Menge verfügbar sein.

Das Fraunhofer-Institut ISI hat eine Studie vorgelegt, die den Rohstoffbedarf in Zukunftstechnologien untersucht. Zwei Indikatoren spielen dabei eine Rolle: Die Impulse, die vom technischen Wandel ausgehen und das Wachstum der Weltwirtschaft als Ganzes. Zusammen macht die Untersuchung einen Blick auf zu erwartende Engpässe in den nächsten 20 Jahren möglich. Darüber hinaus wird in der Studie nach Lösungen gesucht, wie die Engpässe überwunden werden können. Dazu gehört unter anderem die Frage, in wieweit knappe Rohstoffe durch Recycling zurückgewonnen werden können.

Zur Bewertung haben die Autoren der Studie einen Indikator geschaffen, der den vermuteten Rohstoffbedarf bei den neuen Technologien in das Verhältnis zur heutigen Weltproduktion setzt. Besonders düster sieht es für Gallium aus, das für die meisten III-V-Halbleiter wie z.B. GaAs und dessen Ableitungen unentbehrlich ist. Hier wurde ein Indikator von 6,1 errechnet, d.h. der Bedarf 2030 wird voraussichtlich sechsmal höher sein als die heutige Weltproduktion.

Kritisch sieht es ebenfalls bei Neodym (3,82, wird für Lasertechnolgie gebraucht), Indium (wichtig für Displays, 3,29) und Germanium (2,44) aus. Unkritisch sind dagegen Kobalt (0,4), Zinn (0,77), Silber (0,78) und Tantal (1,01).

Als Basis für die Prognose wurde ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von 3,8 Prozent herangezogen, getrieben durch die heutigen Schwellenländer. Dies würde beuten, dass die Wirtschaftsleistung 2030 auf das 2,4-fache von 2006 ansteigen wird.