Fernsehen und Playstation statt Mallorca

Unsichere wirtschaftliche Bedingungen und steigende Benzinpreise bringen die Menschen offenbar dazu, mehr Zeit zu Hause zu verbringen. Was schlecht für die Reisebranche ist, ist eine Goldgrube für die Hersteller von Unterhaltungselektronik.

Was für die Reisebranche ein Alptraum ist, freut die Hersteller von Konsumelektronik, denn offenbar versüßen sich die Daheimgebliebenen ihre Zeit mit Digitalfernsehen und Computerspielen. Zu dieser Einschätzung kommt das Marktforschungsunternehmen iSuppli. So bezeichnet Sheri Greenspan von iSuppli die Familien, die lieber zu Hause bleiben, sogar als eine »Goldgrube« für die Hersteller von Unterhaltungselektronik.

Ein Faktor, der dazu beiträgt, dass die Leute andere Länder lieber auf dem neuen digitalen Fernseher sehen als selbst dahinzufahren, sind die zurückgehenden Preise von digitalen Fernsehgeräten. Dazu kommt, dass Flachbildfernseher gerade »in« seien und die Leute das Bedürfnis hätten, diese Geräte in ihren Wohnzimmern zu haben. Außerdem gibt es mit Blu-ray und HD-DVD mehr Möglichkeiten, die Leistung digitaler Fernseher richtig zu nutzen. In den USA kommt außerdem noch dazu, dass 2009 das analoge Fernsehen abgeschaltet werden soll.

Aufgrund all dieser Entwicklungen steigt die Anzahl verkaufter Digitalfernseher beständig an. Um 16,5 Prozent soll diese Zahl bis zum Jahr 2012 pro Jahr im Durchschnitt wachsen. Allein in diesem Jahr sollen weltweit fast 140 Millionen digitale Fernseher verkauft werden. Im vergangenen Jahr waren es noch 118 Millionen.

Halbleiterhersteller profitieren

Von diesem Wachstum profitieren auch die Halbleiterhersteller. So soll sich laut iSuppli der Umsatz von Chips für das digitale Fernsehen bis 2012 fast verdoppeln und ein Volumen von 14,4 Milliarden Dollar erreichen. 2007 waren es 8,4 Mrd. Dollar. Den größten Anteil daran sollen applikationsspezifische ICs haben.

Neben den Fernsehgeräten erfreuen sich aber auch Computerspiele und Spielekonsolen steigender Beliebtheit. So stieg der Absatz mit Playstation, Xbox 360, Wii & Co im letzten Jahr um 85 Prozent! Im ersten Quartal dieses Jahres stieg der Umsatz im Vergleich zu 2007 sogar noch einmal um 19 Prozent.

Qimonda sitzt mit im Boot

Über diese Zahlen dürfte sich auch Qimonda freuen, da das Unternehmen die DRAMs für die Xbox 360 und die Playstation 3 liefert. Erst in dieser Woche gab Qimonda bekannt, neue 512-Mbit-XDR-DRAMs für Sonys Playstation 3 zu liefern.