Epcos: Trotz widrigem Umfeld gewachsen

Trotz schwierigem wirtschaftlichem Umfeld konnte Epcos 2008 wachsen – doch aufgrund massiver Nachfrageeinbrüche in der Automobilelektronik wird 2009 kein leichtes Jahr für den Bauelemente-Hersteller, so Epcos-CEO Gerhard Pegam im Interview.

Markt&Technik: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich deutlich verschlechtert. Konnte Epcos seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr noch einmal steigern?

Gerhard Pegam: Ja, den seit 2006 anhaltenden Wachstumskurs konnten wir trotz des immer heftigeren Gegenwinds im Geschäftsjahr 2008 fortsetzen. Unseren Umsatz haben wir um 3 Prozent auf rund 1,478 Milliarden Euro gesteigert. Dabei wurden wir erneut vom starken Euro und den daraus resultierenden negativen Währungsumrechnungseffekten belastet. Währungsbereinigt sind wir sogar um 7 Prozent gewachsen. Trotz des im Jahresverlauf zunehmend widrigeren Umfelds hat Epcos sich gut behauptet und sein Ergebnisziel erreicht.

Welcher Produktbereich und welche Absatzregion trugen zur Umsatzsteigerung bei?

Gefragt waren vor allem Bauelemente und Lösungen für Anwendungen in der Industrie-Elektronik sowie für die Informationsund Kommunikationstechnik. Außerdem hat sich das Geschäft mit Distributoren gut entwickelt. Regional betrachtet, sind wir in Europa gewachsen. In Asien und der NAFTA-Region blieb der Umsatz, bedingt durch die ungünstigen Währungsumrechnungseffekte, in etwa stabil.

In den letzten Wochen haben sich die Ereignisse überschlagen. Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Jahr 2009?

Das Geschäftsjahr 2009 wird ein Jahr sehr großer Herausforderungen sein. Das wirtschaftliche Umfeld trübt sich fast täglich weiter ein, die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft lassen sich in ihrem tatsächlichen Ausmaß noch nicht übersehen. Starke Schwankungen bei den Energie- und Materialkosten sowie die hohe Volatilität der Wechselkurse tragen derzeit erheblich zur allgemeinen Verunsicherung auf den Märkten bei.

Vor diesem Hintergrund ist heute niemand in der Lage, seriöse Aussagen über die Entwicklung der Weltwirtschaft zu treffen. Gleiches gilt für den weiteren Verlauf der Konjunktur auf dem Elektronikmarkt und damit für die Nachfrage nach unseren Produkten. In jedem Fall stellt sich Epcos bei seiner Ressourcenund Investitionsplanung auf ein äußerst schwieriges Jahr ein.

In den letzten Wochen hat der Euro gegenüber dem US-Dollar verloren. Wird sich das auf Ihr Geschäft niederschlagen? Und wenn ja, wie schnell?

Die Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar und Japanischen Yen birgt für uns durchaus Chancen. Allerdings würden sich daraus resultierende positive Effekte für unser Geschäft erst in mehreren Monaten auswirken.

Wie schlägt sich die weltweite Flaute im Automarkt auf Ihre Zahlen nieder, und wie sehen Sie die künftige Entwicklung?

Der Umsatz mit Produkten für die Automobilelektronik hat sich in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2008 zwar merklich abgeschwächt, für das Geschäftsjahr in Summe blieb er aber noch nahezu stabil. Mit einem Umsatzanteil von 27 Prozent ist die Automobilelektronik unsere umsatzstärkste Abnehmerbranche geblieben. Allerdings spüren wir den Absatzrückgang bei Mittelklasse- und Oberklassewagen inzwischen sehr stark, denn gerade in diesen Modellen ist der Elektronikanteil besonders hoch. Im laufenden ersten Quartal unseres Geschäftsjahres 2009, das im Oktober begonnen hat, sehen wir uns aktuell aus der Automobil-Elektronik mit einem massiven Nachfrageeinbruch konfrontiert.