Entscheidung für Qimondas Zukunft steht bevor

Offensichtlich steht Qimonda vor dem Punkt, der über das Fortbestehen des Unternehmens entscheiden wird. Derzeit laufen Verhandlungen mit möglichen Investoren. Sollten sie scheitern, ist Schluss.

Qimonda hat nach eigenen Angaben Fortschritte bei Verhandlungen mit potenziellen Investoren erzielt. Um wen und um welche Formen der Investition es sich konkret handelt, gab das Unternehmen nicht bekannt. Es sei möglich, dass es in den kommenden Wochen bereits Ergebnisse gäbe, so Qimonda.

Am wahrscheinlichsten ist es derzeit, dass das Land Sachsen Qimonda mit bis zu 500 Millionen Euro retten könnte. Offiziell prüft das Land derzeit, welche Möglichkeiten in Frage kommen.

Aufgrund der laufenden Verhandlungen hat Qimonda die Bekanntgabe der Ergebnisse zum vierten Quartal verschoben. Der Grund dafür ist, dass Qimonda sein Anlagevermögen wie etwa Fabs oder Patente neu bewerten müsste, wenn die Zukunft des Unternehmens wieder sicherer ist.

Erste Eckdaten für das vierte Quartal gab Qimonda jedoch schon bekannt. So geht das Unternehmen von einem Umsatz von 476 Millionen Euro aus, was ein Plus von fast 25 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal ist. Im vierten Quartal 2007 setzte Qimonda noch 711 Mio. Euro um.

Der Verlust von rund 400 Mio. Euro im dritten Quartal soll im vierten Quartal allerdings höher ausfallen. Der Grund dafür sind Abschreibungen auf die verkauften Anteile an Inotera sowie die Restrukturierungskosten.

Für den 30. September wies Qimonda noch Bargeldreserven von 432 Mio. Euro aus. Drei Monate vorher waren es noch 630 Mio. Euro.

Angesichts der zurückgehenden Reserven wird Qimonda im ersten Quartal des nächsten Jahres wahrscheinlich das Geld ausgehen. So geht das Unternehmen von »Liquiditätsengpässe in Teilen seines Betriebs« aus, »die sich auf die Fähigkeit des Unternehmens auswirken könnten, sein Geschäft weiter zu betreiben.« Sollten die derzeitigen Verhandlungen mit Investoren also erfolglos verlaufen, dürfte ein weiteres Kapitel der deutschen Mikroelektronik zu Ende gehen.