electronicIndia: Rekordergebnis aus dem Stand

Jetzt hat auch Indien seine electronica: Mit immerhin 446 Ausstellern und 564 weiteren Unterausstellern ist die electronicIndia, die vom 2. bis 5. September in Bangalore stattfand, aus dem Stand die bei weitem größte Messe dieser Art in Indien. Sogar die Messe München International (MMI) als Veranstalter zeigt sich vom Erfolg überrascht.

»Wir sind mit der electronicIndia zweimal größer als jede andere Elektronik-Messe in Indien«, freut sich Manfred Wutzlhofer, Vorsitzender der Geschäftsführung der MMI. Besonders freut ihn, dass die Messe diesen Erfolg praktisch aus dem Stand erzielen konnte. Denn bisher hatte die Messegesellschaft eine Komponentenmesse in Zusammenarbeit mit einem indischen Partner (Electronics Today) organisiert: Die Messe firmierte unter dem Namen Componex und fand die letzten fünf Jahre in Neu Delhi statt.

2007 entschied sich das Management der Messe München dafür, die neue electronicIndia vollständig selbst zu organisieren und gründete dazu die Messe München International India (MMI India) als Tochter der Münchner Messe GmbH und der MMI Asia in Singapur, die jeweils 50 Prozent halten. Nicht zuletzt, weil die Hersteller gerne eine Messe in Bangalore wünschten, dem Zentrum der Elektronikindustrie in Indien.

Die Ausgangsbedingungen dafür sind vergleichsweise günstig: Der neue Flughafen wurde kürzlich eröffnet, neu ist auch das Bangalore International Exhibition Centre. Die Münchner bringen ihr Know-how ein: hier fließen die Erfahrungen der electronica in München genauso ein wie etwa die der electronica & ProductronicaChina. »Die Inder lieben Made in Germany, sowohl was die Technologie anbelangt als auch die Messen«, sagt Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München International.

Die Aussteller honorieren den neuen, unabhängigen Kurs offensichtlich. Mit 446 direkten Ausstellern und 564 weiteren Firmen, die über Repräsentanten vertreten sind, ist die neue electronicIndia, sowohl was die Ausstellerzahl als auch was die Fläche (16.000 m²) angeht, zweimal größer als die Componex im vergangenen Jahr in Neu Delhi. Insgesamt fanden sich 12.300 Besucher sowie 4500 Teilnehmer ein. »Wir sind zur rechten Zeit am richtigen Ort«, erklärt er den Erfolg. Die Elektronik- und IT-Industrie entwickelt sich im Süden Indiens und vor allem in Bangalore sehr dynamisch. 35 Prozent der Elektronikproduktion Indiens ist in dieser Region angesiedelt, die weltweit führenden EMS-Unternehmen verfügen hier über Fertigungen, 95 Prozent der Elektronik-Design-Firmen in Indien sind hier zu finden.