Einmal Reset bitte - Der Neustart von AMD

Im Oktober hat AMD seine Fertigung in die »Foundry Company« ausgelagert. Ist das gut oder schlecht für AMD? Welche anderen Firmen sind die Gewinner und Verlierer dieses Schritts? Eine Analyse aus Sicht von AMD, Foundries, Politik – und Intel.

Die Foundry Company wird ein Gemeinschaftsunternehmen von AMD und der Advanced Technology Investment Company (ATIC), eine von neun Beteiligungsgesellschaften des Emirates von Abu Dhabi, Teil der vereinigten arabischen Emirate am persischen Golf. Laut Vereinbarung werden AMD und ATIC jeweils 50 Prozent der Foundry Company steuern, auch wenn ATIC im Moment mit 56 Prozent Anteil Mehrheitseigentümer ist.

Laut AMD werden die ersten Schritte der Foundry Company darin bestehen, 300 mm-Wafer-Anlagen in der vormals als Fab 30 bekannten Fab 38 in Dresden zu installieren. Die Bulk-CMOS-Produktion auf diesen Anlagen soll bis Mitte 2010 zum Laufen kommen. AMDs Mikroprozessoren benötigen Silicon-on-Insulator-Technologie (SOI), nicht Bulk-CMOS, eine SOI-Produktion wird es in Fab 38 jedoch nicht geben, solange dieser Schritt nicht durch eine entsprechende Nachfrage gerechtfertigt wird. Die andere AMD-Fab in Dresden, Fab 36, fertigt aber bereits Mikroprozessoren in 65 nm- und 45 nm-Prozesstechnik auf 300 mm-Wafern.

Im Jahr 2009 werden die Bauarbeiten für eine ganz neue Fab in Saratoga im Staat New York beginnen. Diese Fab soll Fab 4x heissen, aber nach Abschluß der Transaktion sollen alle Fabs neu benannt werden. Fab 4x wird die erste 300 mm-Fab weltweit sein, die speziell für eine 32 nm-Prozesstechnik ausgelegt wird. Der Produktionsbeginn wird für 2012 erwartet.

AMD wird von ATIC zunächst 700 Mio. US-Dollar in Bar bekommen. Desweiteren wurde seitens AMD eine weitere Investition der Mubadala-Company, eine weitere Investment-Firma aus dem Emirat Abu Dhabi, angekündigt. Mubadala, die über Personalunionen im Management mit ATIC verbunden ist, soll AMD 314 Mio. US-Dollar zahlen und dafür seinen Anteil von 8 Prozent auf 19,3 Prozent aufstocken.