Düstere Prognose für den Halbleitermarkt 2009

Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat seine Schätzungen für die Entwicklung des weltweiten Halbleitermarktes im kommenden Jahr korrigiert. So soll der Markt nicht um 2,2 Prozent, sondern um ganze 16,3 Prozent zurückgehen.

Nie zuvor habe es in zwei aufeinander folgenden Jahren einen Umsatzrückgang am weltweiten Halbleitermarkt gegeben, schreiben die Marktforscher von Gartner.

So soll der Umsatz in diesem Jahr um 4,4 Prozent auf ein Volumen von 262 Milliarden Dollar zurückgehen. Interessant an der Zahl ist, dass Gartner noch vor einem Monat von einem Wachstum von 0,2 Prozent ausgegangen war.

Der Vergleich der vierten Quartale 2007 und 2008 macht deutlich, wie dramatisch die Umsätze einbrechen: So soll es im vierten Quartal einen Rückgang von 24,4 Prozent geben, was noch mehr wäre als der bisher größte Rückgang von 20 Prozent im Jahr 2001.

Dieser Absturz innerhalb eines Monats hat die Marktforscher nun dazu bewogen, ihre Umsatzprognose für 2009 neu aufzustellen. Aus dem vor einem Monat noch vermuteten Umsatzrückgang von 2,2 Prozent sind nun ganze 16,3 Prozent bzw. 219 Milliarden Dollar geworden. Im schlimmsten Fall rechnet Gartner derzeit mit einem Rückgang von fast 25 Prozent. Allerdings könne es sein, dass einige Unternehmen ihre Erwartungen für 2009 absichtlich zu niedrig angesetzt hätten.

Zwar erreicht diese Schätzung noch nicht den historischen Rekord von minus 32,5 Prozent im Jahr 2001, allerdings zeigen die immer neuen Berechnungen der Marktforscher, dass diese Zahl noch nicht das Ende sein muss.

Bei allen negativen Erwartungen gibt es aber auch Lichtblicke. Denn auf jeden Absturz folgt immer wieder ein Anstieg. So erwartet Gartner schon für 2010 wieder eine positive Entwicklung von 14,6 Prozent.

Bryan Lewis von Gartner ist außerdem der Meinung, dass die viel niedrigeren Lagerbestände als im Jahr 2001 den Halbleiterherstellern helfen werden, sich schneller zu erholen als damals.

Eine besondere Rolle könnten die bisherigen Sorgenkinder der Halbleiterindustrie spielen: die DRAM-Hersteller. So geht Gartner davon aus, dass es nach einem 18-monatigen Abschwung zu einer Marktbereinigung in Form von geringerer Fertigung, Übernahmen oder Pleiten kommen könnte. Das würde die Preise jedoch wieder stabilisieren.

Einzig eine breite staatliche Unterstützung der DRAM-Hersteller könnte zu einer weiteren Verschlechterung beitragen, da die Unternehmen dann nicht gezwungen wären, ihre Fertigung zu drosseln und der Preiskampf weitergehen würde.