DRAMs: Die große Konsolidierung steht bevor

Es sieht ganz so aus, dass Micron, Elpida, Nanya, Inotera und Powerchip bald keine separaten Unternehmen mehr sein werden. Die Medienberichte häufen sich, dass größere Fusionen bevorstehen.

Wie etwa das Wirtschaftsmagazin »Bloomberg« oder die britische »Times« berichten, laufen derzeit Verhandlungen von DRAM-Herstellern untereinander und mit der taiwanesischen Regierung.

Taiwan hatte der heimischen Chip-Industrie massive Hilfen von bis zu 2 Milliarden Dollar zugesagt. Offensichtlich sind diese Hilfen aber auch an Bedingungen geknüpft, die sich etwa in Fusionen äußern könnten. Außerdem könnten ausländische DRAM-Hersteller bei einer Fusion mit einem taiwanesischen Unternehmen von diesen Hilfen profitieren. Die eher kleinen taiwanesischen Hersteller wären mit einem großen ausländischen Partner wie Elpida oder Micron wohl auch konkurrenzfähiger.

So wie es derzeit aussieht, verhandelt der japanische DRAM-Hersteller Elpida mit dem taiwanesischen Hersteller Powerchip über eine Fusion. Zusätzlich könnten die beiden kleineren Hersteller ProMos und Rexchip mit dazukommen. Das so entstandene Unternehmen würde in etwa mit dem zweitgrößten DRAM-Hersteller Hynix gleichauf sein und etwa 20 Prozent Marktanteil haben. Die Nummer 1 Samsung hat etwa 30 Prozent Marktanteil. 

Eine weitere Fusion könnte zwischen Micron, Nanya und Inotera zustande kommen. Micron hatte bereits im vergangenen Jahr für 400 Millionen Dollar die Anteile von Qimonda an Inotera gekauft.

Unklar ist bis jetzt, welche Arten der Fusion zwischen den einzelnen DRAM-Herstellern denkbar sind. Ob zum Beispiel die kleinerern Hersteller in den größeren aufgehen oder ob sie ihre Eigenständigkeit bewahren.

Nach Milliardenverlusten in den letzten beiden Jahren und zusätzlich durch die Rezession getroffen, dürften die meisten DRAM-Hersteller mit dem Rücken zur Wand stehen. So musste zum Beispiel Powerchip einen Umsatzrückgang von rund 75 Prozent im vierten Quartal hinnehmen. Der »beste« DRAM-Hersteller im vierten Quartal war Micron, wo der Umsatz um 16 Prozent zurückging. Dem Marktforschungsunternehmen iSuppli zufolge haben die DRAM-Hersteller im letzten Jahr 8 Milliarden Dollar verloren.