DRAM-Talfahrt auch bei NAND-Flash?

Die Zeichen stehen nicht gut. Die weltweite Nachfrage nach NAND-Flash wird deutlich geringer ausfallen als angenommen. So schraubt Apple seinen eigenen Bedarf zurück. Dem gegenüber steht ein weiterer Ausbau der Produktionskapazitäten von NAND.

Das Marktforschungsunternehmen iSuppli hat seine Umsatzprognose mit NAND-Flash-Speichern für das Jahr 2008 deutlich zurückgenommen. Der weltweite Umsatz mit NAND-Flash soll iSuppli zufolge nicht wie ursprünglich um 27 Prozent sondern nur noch im einstelligen Bereich wachsen. Als Grund nennt iSuppli das gesunkene Vertrauen der Verbraucher nach der US-Immobilienkrise.

Der Umsatz mit NAND-Flash-Speichern lag im Jahr 2007 bei 13,9 Mrd. Dollar, was ein Wachstum von 12,5 Prozent darstellte.

»Obwohl sich die Wirtschaft am Ende des letzten Jahres wieder deutlich erholt hat, könnte das DRAM-Desaster auch den Markt für NAND treffen,« sagte Nam Hyung Kim von iSuppli.

Angesichts der drohenden Kauf-Zurückhaltung hat Apple seine Zulieferer bereits informiert, dass der Bedarf an NAND-Flash in diesem Jahr weniger stark als 2007 wachsen werde. iSuppli geht davon aus, dass das den Markt herunterziehen könnte. Apple ist mit einem Einkaufsvolumen von 1,2 Mrd. Dollar der weltweit drittgrößte Käufer von NAND-Flash. Das entspricht einem Anteil von 13,1 Prozent.

Zu dem sinkenden Bedarf kommt hinzu, dass die Hersteller ihre Produktionskapazitäten ausgebaut haben. Allein in diesem Jahr wollen sie 20 Prozent mehr investieren, als im vergangenen Jahr. iSuppli geht davon aus, dass die Durchschnittspreise für NAND-Speicher schon jetzt unter den Gesamtherstellungskosten liegen. Die Hersteller würden daher im ersten Quartal rote Zahlen schreiben – ohne Aussicht auf Verbesserung.

Was auf die Hersteller zukommen könnte, hat sich bereits im vierten Quartal 2007 abgezeichnet. Der weltweite Umsatz mit NAND-Flash wuchs nicht nur langsamer, sondern ging sogar um 2,4 Prozent von 4,2 auf 4,1 Mrd. Dollar zurück. Sechs der acht großen Hersteller mussten Umsatzeinbußen hinnehmen. Nur Intel und Micron konnten den Umsatz steigern. Beide Unternehmen stellen NAND-Flash in ihrem gemeinsamen Joint Venture IM Flash Technologies (IFMT) her. Durch eine deutliche Erhöhung der Produktion konnte IFMT dem Preisverfall vorerst erfolgreich entgegenwirken.

Eine Verbesserung der Lage ist vorerst nicht in Sicht. Zwar können Hersteller wie Samsung, Hynix oder Micron ihre Produktion schnell von NAND auf DRAM umstellen, doch da sieht es bekanntlich auch nicht besser aus. iSuppli erwartet bei DRAM ein weltweites Umsatzwachstum von 4 Prozent.


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