Deutscher Halbleitermarkt: Dickes Minus in 2008

Im Halbleitermarkt nichts Neues: Auch im Dezember 2008 war der deutsche Chip-Markt rückläufig. Über das ganze Jahr gesehen kam laut ZVEI ein zweistelliges Minus heraus.

Wie nicht anders zu erwarten haben sich die Lage und Perspektiven des deutschen Halbleitermarktes auch zum Ende des letzten Jahres weiter eingetrübt. Der Umsatz mit Halbleitern in Deutschland lag im Dezember 2008 auf Dollarbasis um 19 Prozent unter dem des Vormonats. Gegenüber dem entsprechenden Monat im Vorjahr sank der dollarbasierte Umsatz im Dezember 2008 um 34 Prozent, vermeldet nüchtern der ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems. Kumuliert über das Jahr 2008 schrumpfte der Umsatz auf Dollarbasis gegenüber 2007 um zwölf Prozent. Auf Eurobasis lag der kumulierte Umsatz 2008 um 18 Prozent unter dem Vorjahr.

Die globale Wirtschaftskrise hat nicht nur den deutschen Markt auf Talfahrt geschickt. Die ZVEI-Experten gehen davon aus, dass der Abschwung mittlerweile alle Regionen erfasst hat und die Halbleitermärkte das Schlussquartal des letzten Jahres mehrheitlich mit einem Rückgang abgeschlossen haben. Das Book-to-Bill-Ratio, ein Indikator für den mittelfristigen Trend, blieb im Dezember 2008 auf niedrigem Niveau (0,82). Die Situation dürfte sich in den nächsten zwei bis drei Quartalen nicht wesentlich bessern. Marktforschungsunternehmen wie iSuppli haben ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2009 in den letzten Wochen sukzessive zurückgenommen. iSuppli erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang von neun Prozent für den globalen Halbleitermarkt; Future Horizons liegt mit einem Minus von 28 Prozent für das laufende Jahr am oberen Ende der Negativskala.

Nach wie vor ist es aber nicht so, dass die Experten nur Risiken und keine Chancen sehen. Die Sanierung des Bankensektors gilt als Schlüssel zum Erfolg. Von ihr hängt die Erholung der Weltwirtschaft ab, die zu einer deutlichen Nachfragebelebung führen wird. Je eher dies gelingt, umso eher ist mit einer Trendwende zu rechnen.