»Der NAND-Speichermarkt wird sich auf zwei bis drei Hersteller reduzieren«

Die Halbleiter-Tochter des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba ist laut Gartner-Studie im Jahr 2007 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Ein Gespräch mit CEO Shozo Saito über Produkte und die zukünftige Marktentwicklung.

Lassen Sie uns mit den Mikrocontrollern starten. Man kann beobachten, dass auf Grund des Preisverfalls bei 32-bit-MCUs amerikanische und europäische Hersteller versuchen, ihre Kunden zu einer Migration von 8 auf 32 bit zu drängen und 16 bit ganz auszulassen. Wie schätzen Sie den 8- und 16-bit-Markt ein? 

Wir produzieren 8- und 16-bit-Controller in großer Menge, und wir glauben, dass der Markt im Low-End-Bereich noch stabil bleibt. Als Gesamttendenz stimmt allerdings, dass der Migrationsprozess zu 32 bit angerollt ist, da die Kundenanforderungen stetig steigen. Da die Umstellung der Software in der Regel jedoch nicht so schnell geht, rechne ich nicht mit einem plötzlichen Wegbrechen des 8- und 16-bit-Marktes.

Ihr Partner Mips, dessen Architektur Sie für zahlreiche Ihrer Produkte verwenden, ist kürzlich mit dem MIPS1004K in den Multicore-Markt eingestiegen. Für welche Anwendungsbereiche werden Sie Multicore- Produkte entwickeln?

Wir haben neben Mips auch Partner wie IBM, Sony und Cell, mit denen wir Multicore-Architekturen entwickeln. Erst kürzlich haben wir ein neues Produkt auf Basis der Cell-Architektur vorgestellt. Primär geht es bei uns in Richtung Grafik-Engine, wo die Datenmengen exorbitant ansteigen.

Offensichtlich hinkt die Software-Industrie bezüglich der Multicore- Entwicklung Jahre hinter der Hardware-Industrie her. Wie wollen Sie Ihre Kunden dabei unterstützen, die vorhandenen Millionen Codezeilen für Single-Core-Anwendungen auf Multicore-Systeme zu portieren?

Wir haben zusammen mit Software-Herstellern ein Business-Modell entwickelt, da wir das alleine nicht leisten können. Wir versuchen gerade, eine Standard-Plattform mit hardwarenaher Software zu entwickeln, die von Toshiba kommt, sowie APIs für unsere Kunden.

              Der Sitz von Toshiba in Tokio

Mittlerweile hat aus Entwicklungssicht die Software den größten Kostenanteil am SoC. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden darin, ihre Software-Kosten zu reduzieren?


Als Halbleiterhersteller müssen wir natürlich auch selbst Software entwickeln, sonst können wir keine Hardware verkaufen. Beispielsweise liefern wir heute an alle Fernsehhersteller, die unsere Kunden sind, dieselbe standardisierte Software; früher erhielt jeder individuelle Programme. Damit haben wir die Kosten dramatisch reduziert. Desweiteren haben wir in Indien und in China Software-Unternehmen gegründet, um die Personalkosten zu reduzieren.