Der Aufstieg der Beschleunigungs-Sensoren

Das Marktforschungs-Unternehmen iSuppli prognostiziert, dass Beschleunigungs-Sensoren bis 2013 zum meistverkauften MEMS-Baustein werden.

Damit werden die Beschleunigungs-Sensoren die Tintenstrahldruck-Köpfe und Mikrospiegel-Chips (DLP) als derzeit meistverkaufte MEMS-Bausteine ablösen. In diesem Jahr soll der Umsatz mit Beschleunigungs-Sensoren um 1,8 Prozent steigen. Das sieht auf den ersten Blick nicht nach einem Boom aus, allerdings soll der gesamte MEMS-Markt in diesem Jahr um 8 Prozent schrumpfen.

So richtig in Fahrt kommen soll der Umsatz, der mit Beschleunigungs-Sensoren gemacht wird, dann in den nächsten Jahren: 2010 soll es um 14,1 Prozent nach oben gehen, 2011 und 2012 soll das Wachstum ebenfalls zweistellig sein.

Den Grund dafür sieht iSuppli in der starken Nachfrage aus der Konsumelektronik wie derzeit etwa in Handys oder der Spiel-Konsole Wii. Solche Anwendungen sollen den Beschleunigungs-Sensoren den Durchbruch bringen.

Schon jetzt haben sich die Verhältnisse zwischen dem klassischen Markt für Beschleunigungs-Sensoren, dem Auto-Markt, und der Konsumelektronik verschoben. Während 2006 noch 78 Prozent aller Beschleunigungs-Sensoren im Auto landeten, waren es 2008 nur noch 40 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Konsumelektronik von 22 Prozent auf 58 Prozent.

Das spiegelt sich auch bei den Herstellern wieder. 2006 belieferten die Top- 5-Hersteller von Beschleunigungs-Sensoren Freescale, Analog Devices, Bosch, VTI und Denso fast ausschließlich den Automotive-Markt. 2008 hieß dank Ausrichtung auf die Konsumelektronik der größte Hersteller STMicroelectronics mit 20 Prozent Marktanteil. Allein zwischen 2007 und 2008 war der Umsatz, den ST mit Beschleunigungs-Sensoren gemacht hatte, von 29 Millionen Dollar auf 220 Mio. Dollar gestiegen.

Allerdings werden die Beschleunigungs-Sensoren mit dieser Entwicklung auch zu einem Volumenprodukt. Denn ein wesentlicher Grund, warum sie überhaupt in der Konsumelektronik eingesetzt werden können, ist der Preisverfall. 2008 wurde die Ein-Dollar-Marke unterschritten, in den nächsten Jahren werden die Preise weiter fallen.