DATE ist systemorientiert

Im Schatten der großen Design Automation Conference (DAC) steht die DATE schon lange nicht mehr. Durch den konsequenten Fokus auf das Systemdesign ist die DATE für viele bereits besser positioniert, als die DAC. Davon ist auch Donatella Sciuto, General Chair der Veranstaltung, überzeugt.

elektroniknet.de: Was sind für Sie die Hauptunterschiede zwischen DAC und DATE?
Donatella Sciuto: Die DAC in den USA ist zweifelsohne die größte EDA-Messe der Welt. Das hat auch damit zu tun, dass die größten EDA-Anbieter aus den USA kommen. Allerdings ist die Messe nach wie vor sehr Hardware-orientiert. Es geht vornehmlich um das Chipdesign. Im Gegensatz dazu setzen wir mit der DATE bereits seit Jahren auf das Systemdesign und damit verstärkt auch auf die Software-Seite. Der Erfolg gibt uns Recht, und auch die DAC beginnt nun langsam, sich dieses Thema auf die Fahnen zu schreiben.

Obwohl das Systemdesign seit Jahren ein typisch europäisches Thema ist, hat die Zahl der eingereichten Papers in diesem Jahr zum ersten Mal nachgelassen. Woran liegt das?
Das hat nichts damit zu tun, dass das Thema nicht mehr interessant ist. Den Abwärtstrend bei den eingereichten Papers ist bei fast allen Kongressmessen zu beobachten. Auch die DAC hat in diesem Jahr zu kämpfen. Ich mache mir deshalb keine Sorgen und glaube, dass wir einen qualitativ hochwertigen Kongress auf der DATE haben werden.

In diesem Jahr ist ein starker Fokus auf die Automobilelektronik gelegt, letztes Jahr lautete das Hauptmotto Wireless-Design. Wie werden diese Schwerpunkte angenommen?
Sehr gut, diese Tracks sind meistens die am besten besuchten. Warum wir in Deutschland auf die Automobilelektronik setzen, ist wohl offensichtlich. Deutschland ist im Bereich Automobilelektronik mit an der Spitze und die Herausforderungen für die Unternehmen sind enorm. Die Automobilelektronik deckt die ganze Bandbreite des Systemdesigns ab: drahtlose Kommunikation, Entertainment- und Consumerelektronik, Sicherheitesapplikationen, Multicore-Anwendungen etc.

Letzte Frage: Mit Cadence fehlt in diesem Jahr eines der größten EDA-Unternehmen der Welt. Ein Nachteil aus Ihrer Sicht?
Nein, Cadence hat nur keinen Stand im Messebereich. Im Kongress ist das Unternehmen nach wie vor sehr aktiv. Deshalb dürfte sich das nicht negativ auswirken. Übrigens stellt Cadence auch nicht auf der DAC aus. Wenn man so will, haben beide Veranstaltungen die gleichen Voraussetzungen.