Die Weltleitmesse für Elektronik wird 50 »Das wird eine fantastische Electronica«

Vom 11. bis 14. November 2014 ist die Electronica zum 26. Mal der Branchentreffpunkt für Komponenten, Systeme und Anwendungen der Elektronik. Es ist ein besonderes Jahr für die Messe, denn die Electronica wird 50 – ein Anlass, mit Stolz auf die Geschichte der Messe zurückzublicken und vor allem den Blick nach vorne auf zukünftige Technologien und Innovationen zu richten.

„Da nicht sein kann, was nicht sein darf, sucht man vergeblich im offiziellen deutschen Messekatalog nach der Electronica. Die zuständigen Verbände hüllen sich in Schweigen und die deutschen Großunternehmen der Branche glänzen durch Abwesenheit. Manches kleinere Unternehmen, das eigentlich gern dabei sein möchte, musste sich wohl oder übel dem stillschweigenden Boykott anschließen.“ So beginnt ein Artikel von Michael Jungblut, der anlässlich der zweiten Electronica im Jahr 1966 in der „Zeit“ erschienen ist.

Die Electronica hatte zu Beginn keinen leichten Stand. 1964 kam sie auf Betreiben amerikanischer Unternehmen erstmals zustande, denen bis dato keine geeignete Plattform zur Verfügung stand, über die sie den wachsenden deutschen Markt für Elektronik ansprechen konnten. Allerdings fehlte die Unterstützung durch die deutschen Verbände; beispielsweise bezeichnete der ZVEI die Electronica als „überflüss­ige Veranstaltung“.

Dennoch war bereits die Auftaktveranstaltung ein Erfolg und möglicherweise erregte die Messe ­gerade durch die nach Jungbluts Worten „demonstrative Nichtbeachtung“ die allgemeine Aufmerksamkeit. Firmen, die offiziell ihr Desinteresse verkündet hatten, schickten zumindest Beobachter, die sich über die Neuheiten der internationalen Konferenz informieren sollten.

1964 waren es 100 Aussteller ...

Zur Auftaktveranstaltung im Jahr 1964 kamen gerade einmal rund 100 Aussteller. 1974 hatte sich die Ausstellerzahl auf dem Münchner Messegelände, das sich damals noch auf der Theresienhöhe befand, bereits verzehnfacht. Das große Wachstum der Messe führte dazu, dass die Messegesellschaft Unterbranchen, die ihren eigenen Markt gefunden hatten, in separate Veranstaltungen ausgliederte.

So fand 1973 zum ersten Mal die heutige Leitmesse der Photonik-Industrie LASER statt und 1975 wurde mit der productronica die inzwischen größte Messe für Elektronikfertigung weltweit ins Leben gerufen. Mit dem Umzug auf das neue Messegelände in München-Riem im Jahr 1998 ergab sich erneut Wachstumspotenzial für die Electronica. Heute füllt die Messe zwölf Messehallen des Münchner Messe­geländes. Rund 2700 Aussteller werden sich in diesem Jahr auf dem Branchen-Groß-Event präsentieren.

Obwohl es die großen Leitmessen im Vergleich zu kleineren Spezialmessen mit ihren meist klarer definierten Zielgruppen immer schwieriger haben, sich noch zu behaupten, kann die Electro­nica ihre Attraktivität weiterhin aufrechterhalten. So bleibt die Ausstellerzahl dieses Jahr im Vergleich zur Elec­tronica 2012 konstant. Vor zwei Jahren stellten 2669 Unternehmen aus 49 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen aus und 73.051 Besucher aus insgesamt 79 Ländern tummelten sich auf der Veranstaltung.