Cypress: Neue PSoC-Familien

Mit der Kombination aus hochleistungsfähigen CPUs, konfigurierbaren und präzisen analogen Komponenten sowie PLDs in gleich zwei neuen PSoC-Familien will Cypress jetzt erstmals Programmierbarkeit auf Systemebene realisieren, die diesen Namen auch verdient.

»Damit ändern wir die Art und Weise, wie die Ingenieure Embedded Designs entwickeln«, erklärt T. J. Rogers, CEO von Cypress. Die beiden neuen Familien unterscheiden sich in mehreren wichtigen Punkten vom Vorgänger: Erstens hat Cypress den aus der PSoC-1-Familie bekannten 8051-Core aufgebohrt, der aus einem USB-Controller stammt und 4 MIPS erreicht. Der neue 8051-Core kommt auf 33 MIPS und bildet den Kern der neuen PSoC-3-Familie. Zweitens hat Cypress für die PSoC-5-Familie den ARM Cortex M3 lizenziert, der auf 100 DMIPS kommt. Damit könnten laut Rogers rund 50 Prozent aller 32-Bit-Anwendungen abgedeckt werden. Jetzt zögen also die PSoCs in der Controller-Leistung mit dem größten Teil der existierenden Controller gleich, was ihnen einen potenziellen Markt in Höhe von 15 Mio. Dollar eröffne.

Außerdem hat Cypress den Umfang der zur Verfügung stehenden analogen Komponenten erweitert und vor allem deren Präzision deutlich verbessert: In beiden Familien gibt es A/D-Wandler mit einer Auflösung bis 20 Bit (Sigma-Delta) und mit Abtastraten bis 1 MSPS (SAR), die Genauigkeit der Spannungsreferenzen liegt bei 0,1 Prozent über die Spannung und die Temperatur. Ein sehr wichtiges Ziel der Entwicklung bestand darin, die Leistungsaufnahme der neuen ICs möglichst gering zu halten.

Trotz der höheren Komplexität und Performance liegt die Stromaufnahme der PSoC-3-Familie mit 1 mA pro MHz auf der Hälfte des Wertes, den die PSoC-1-Familie erreicht hat. Im Sleep-Mode sinkt die Stromaufnahme auf 1 μA, im Winterschlaf auf 200 nA. Die Mitglieder der PSoC-5-Familie kommen im aktiven Modus auf 2 mA pro MHz, im Sleep-Modus auf 2 μA und im Hibernate-Modus auf 300 nA. Eine weitere Besonderheit ist der weite Bereich der Betriebsspannung, die zwischen 0,5 und 5,5 V liegt. Damit können die PSoCs schon mit der Spannung arbeiten, die eine Solarzelle liefert.

Genauso wichtig wie die PsoC-ICs selber ist das Design-Tool, der PSoC-Creator. Die Eingabe erfolgt rein schematisch. Der Anwender kann also seine Entwicklung ganz einfach entsprechend seiner Denkweise durchführen. Als Compiler stehen Keil CA51, Keil Real View und GNU/CodeSourcery G++n Life zur Verfügung. Echtzeitbetriebssysteme sind Keil RTX51Tiny, Micrium μC/OS-II und SEGGER emboOS.

Für den Einstieg bietet Cypress für 49,99 Dollar das PSoC-3-First-Touch-Starter-Kit an, das PsoC-Development- Kit für 249 Dollar erlaubt über MiniProg3 den unbegrenzten Zugang zur Programmierung und Debugging. Es enthält die Entwicklungsmodule für die PSoC-1-, -3- und -5-Familien sowie Expansion-Boards für Anwendungen wie LCD-Treiber, Motorsteuerung und Wireless.

Muster der PSoC-3-Familie stehen ab sofort zur Verfügung, die Produktion in Stückzahlen nimmt Cypress im ersten Quartal 2010 auf.

Mehr dazu in Ausgabe 39/09 Markt&Technik.