Chinas Halbleitermarkt: Stabil auf hohem Niveau

Während die Prognosen woanders nach unten korrigiert werden, wächst der chinesische Halbleitermarkt kräftig weiter. Die 15 Prozent Wachstum im Jahr 2006 sollen in diesem Jahr nocheinmal überboten werden, bevor es dann langsam wieder zurückgeht.

In diesem Jahr soll der chinesische Halbleitermarkt um 20 Prozent wachsen, prognostiziert Byron Wu vom Marktforschungsunternehmen iSuppli. Das Volumen der verkauften Halbleiter soll demnach von 43 (2006) auf 51,7 Milliarden US-Dollar steigen. Im Vergleich dazu soll der weltweite Halbleitermarkt in diesem Jahr um 2,3 Prozent wachsen.

Doch die Chinesen schauen auch mit einem kritischen Auge auf ihre boomende Wirtschaft. Ein zu starkes Wirtschaftswachstum kann auch negative Folgen haben. Wenn zu viel, zu schnell produziert wird, droht die Gefahr, dass sich der Markt überhitzt. „Es gibt durchaus Bedenken, ob die chinesischen Elektronik-Hersteller ihre Verkaufszahlen weiter erhöhen können und ob die Kaufkraft und die Exporte weiter steigen“, sagt Byron Wu.

Der Markt normalisiert sich

Speziell bei Chinas Halbleiterindustrie scheint vorerst jedoch keine Unruhe aufzukommen. Immerhin hat sie schon ein höheres Wachstum erlebt. 2004 stieg der Absatz mit Halbleiterprodukten um fast 40 Prozent. Im Jahr darauf waren es nur noch knapp 13 Prozent Wachstum. So spricht auch Byron Wu von einer Normalisierung des Marktes, die mittlerweile eingetreten ist. Momentan sei eine Spitze im Zyklus erreicht. In den kommenden Jahren, werde sich das Wachstum voraussichtlich wieder abkühlen. Im nächsten Jahr soll der chinesische Halbleitermarkt immerhin noch um 18 Prozent wachsen.

Bei den elektronischen Produkten gehören die Flachbildfernseher zu den Wachstumsmotoren. Bis zum Jahr 2010 sollen in China mehr Flachbildfernseher produziert werden, als solche mit Bildröhren. Aber auch digitale Set-Top-Boxen, 3G-Mobiltelefone und digitale Multimedia-Plattformen (DMP) sind momentan gefragt.