Chinas Fälscher entdecken die Passiven

Immer häufiger finden passive Bauelemente als Fakes und »conterfied products« den Weg nach Europa. Engpässe im Passiv-Markt machen den Produktpiraten das Geschäft mit Kondensatoren und Widerständen schmackhaft.

»Dies geht weiter als das ‚klassische’ Refurbing, bei dem die Bauteile nur auf neu getrimmt werden«, schildert Michael Höfs, Distribution Director von ComS.I.T., der als unabhängiger, lagerhaltender Distributor schon einiges an Erfahrung zum Thema Fakes vorweisen kann. »Wir sehen, dass bei einigen aufgetretenen Fälschungen sogar bewusst die Dokumentation bzw. die Etikettierung gefälscht wurde.«

Doch nicht nur alte Ware in verjüngtem Outfit macht Distributoren, Brokern und Herstellern derzeit das Leben schwer. Hinzu kommen Produktfälschungen, die die wohlbekannten Markennamen der passiven Bauelementeindustrie tragen. Zahlreiche Fälle, in denen Kunden ihre Hersteller mit gefälschten oder conterfied products konfrontiert haben, haben die Passiv-Produzenten aufmerken lassen. Probekäufe ihrerseits haben bestätigt, dass Fakes, Attrappen und auf neu getrimmte Passive im Markt zuhauf kursieren.

AVX, Bourns, Kyocera und Vishay sind von dieser Thematik offenbar besonders getroffen und haben bereits Warnungen an ihre autorisierten Distributoren herausgegeben. Für die Produktpiraten stellen die Produktprogramme etablierter Passiv-Hersteller offenbar ein lukratives Absatzpotenzial dar. Betroffen sind vor allem Bauteiletypen die in großen Stückzahlen verarbeitet werden, wie Kondensatoren, Tantals und Widerstände.

Ausführlicher berichtet über diesen unerfreulichen Trend ein Artikel in der »Markt&Technik«-Ausgabe 33, die am 18. August erscheint.