Ballonfahrer und Akrobaten – die Eröffnungsveranstaltung der electronica 2008

Zwischen Jazz und Buchstabenakrobaten erklärte Ballonfahrer und Weltumrunder Piccard die Weltsichten eines Visionärs – und warum das Überwinden technologischer Grenzen nie aus der Mode kommt.

Zur diesjährigen Eröffnungsveranstaltung der electronica 2008 hatte sich die Messe München einen Abenteurer eingeladen: Bertrand Piccard, hauptberuflich technologischer Visionär und Ballonfahrer, erlangte 1999 mit seinem »Breitling-Orbiter« Berühmtheit, in dem er zusammen mit Brian Jones als erster Mensch die Erde nonstop in einem Ballon umrundete.

In seiner Rede lässt er die Gäste teilhaben an der Motivation, die ihn antreibt, immer neue Grenzen unseres technologischen Fortschritts auszuhebeln, oder es zumindest zu versuchen. »Nur durch Menschen, die sich mit den gegenwärtigen Grenzen unserer Technik nicht zufrieden geben und immer das ›Unschaffbare‹ erreichen wollen, gibt es überhaupt Fortschritt,« so Piccard. Der Wissenschaftler kann dabei auf eine lange Entdeckergeschichte in seiner Familie bauen. Sein Großvater erreichte als erster Mensch die Stratosphäre, sein Vater tauchte mit dem U-Boot auf den tiefsten Punkt der Erde.

Bertrand Piccards neues Projekt: die Umrundung der Erde mit einem solarbetriebenen Flugzeug, ohne fossile Brennstoffe – »um zu zeigen, zu was die Solartechnik heute fähig ist.« Und so schließt der Visionär mit einer flammenden Rede auf die Nachhaltigkeit und regenerative Energien – und sieht sich selbst als jemand, der die Menschen dazu inspiriert umzudenken.

Nach der inspirierenden Keynote ließen die Besucher den Abend bei Jazz und allerlei Köstlichkeiten ausklingen. Eine Akrobatentruppe rief ihnen dabei noch einmal die Slogans der electronica 2008 ins Gewissen. »Get the whole picture« war einer davon. Und man kann hoffen, dass die Gäste die Botschaft der Eröffnungsrede bei Tiramisu und Pflaumenkompott nicht ganz aus den Augen verloren haben.