Start-up ARM-Chips für Server?

Das amerikanische Start-up Smooth-Stone will Server-Prozessoren auf der Basis von Smartphone-Prozessoren entwickeln. Dafür bekommt es viel Aufmerksamkeit von der Presse, wohl auch, weil sich renommierte Hersteller wie ARM oder Texas Instruments jetzt daran beteiligen.

»Eine Atom-Bombe, die auf Intel zielt«, titelt das US-Portal »Venture Beat«. »Start-up will Chip-Goliat erschlagen«, schreibt die New York Times. David ist in dem Falle das Start-up Smooth-Stone, das offensichtlich schon bei der Namenswahl daran gedacht hat, sich mit den ganz Großen anzulegen. Schließlich hat David den Riesen Goliat mit einem glatten Stein (smooth stone) aus seiner Schleuder getötet.

Für die heutige Zeit ist die Richtung also klar vorgegeben, ein Start-up will auf einen Markt der klar von Intel dominiert wird: den der Server-Chips. In diesem Segment hält Intel einen Marktanteil von ungefähr 90 Prozent. Für Smooth-Stone es geht darum, dass Server-Chips deutlich energieeffizienter werden, als sie es heute sind.

Neben Rhetorik und jeder Menge medialer Aufmerksamkeit muss Smooth-Stone tatsächlich etwas zu bieten haben, denn das Start-up hat jetzt bekannt gegeben, 48 Millionen Dollar Kapital bekommen zu haben. Zu den Kapitalgebern gehören Finanz-Investoren wie Battery Ventures, Flybridge Capital Partners und Highland Capital Partners. Dazu kommen aber auch Technologie-Unternehmen wie ARM oder TI. Außerdem beteiligt sich der größte Anteilseigner von Gloablfoundries, ATIC aus Abu Dhabi.

Was bisher von Smooth-Stone öffentlich bekannt ist, ist noch nicht viel. Das Start-up gibt es seit 2008. Seinen Sitz hat es in Austin im US-Bundesstaat Texas. Dort ist es Mitglied des »Austin Technology Incubator«, einer Abteilung der Universität Austin, die junge Unternehmen unterstützt.

Vielsagender ist dagegen der CEO von Smooth-Stone Barry Evans. Er war früher unter anderem bei Intel für die Xscale-Chips verantwortlich. Mit diesen ARM-basierten Chips wollte Intel eigentlich in den Mobilfunkmarkt einsteigen, was allerdings misslang. 2006 wurde dieser Bereich an Marvell verkauft, wo auch Evans noch eine Weile blieb.

Demzufolge könnte die Technologie, auf der die Server-Prozessoren von Smooth-Stone basieren sollen, auch eine Weiterentwicklung dieser Xscale-Chips sein. Den Medienberichten zufolge, könnte diese Technologie in zwei Jahren marktreif sein. Zwei Jahre, in denen Intel Zeit hat, seine eigenen Server-Chips noch effizienter zu machen.