Halbleitermarkt im Detail Applikationsprozessoren und 32-bit-MCUs im Aufwind

Dr. Stephen Woo, Chef von Samsungs Chip-Sparte, stellt auf der CES in Las Vegas die neuen Exynos-5-Octa-Prozessoren vor. Sie eignen sich für Tablets und Smartphones und gehören damit zu dem Marktsegment, das 2013 am stärksten wachsen wird.
Dr. Stephen Woo, Chef von Samsungs Chip-Sparte, stellte Anfang des Jahres auf der CES in Las Vegas die neuen Exynos-5-Octa-Prozessoren vor. Sie eignen sich für Tablets und Smartphones und gehören damit zu dem Marktsegment, das 2013 am stärksten wachsen wird.

Der Halbleitermarkt verändert sich schnell und damit auch der Bedarf nach elektronischen Bauelementen. Eine Studie von IC Insights zeigt, welche Komponenten in diesem Jahr für die großen Trends wie Wireless, Sicherheit, Vernetzung oder Datenübertragung benötigt werden. Und auch, wo der Bedarf zurückgehen soll.

Die Marktforscher von IC Insights haben sich einmal angeschaut, wie sich die einzelnen Marktsegmente des Halbleitermarktes in diesem Jahr entwickeln sollen. Der soll 2013 insgesamt um 6 Prozent zulegen. In einigen Bereichen geht es kräftig nach vorn, während andere weiter verlieren.

Ganz vorn befinden sich Applikationsprozessoren für Smartphones und Tablets. Dort liegen die Wachstumsraten auch in diesem Jahr wieder bei 28 Prozent bzw. 50 Prozent. Im Fahrwasser des Tablet- und Smartphone-Booms können auch die NAND-Flash-Speicher um 12 Prozent zulegen.

Ebenfalls über dem Wachstum des Gesamtmarktes sollen in diesem Jahr die 32-bit-Mikrocontroller liegen, bei denen es um 7 Prozent nach oben gehen soll. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle wie etwa die steigende Leistungsfähigkeit von elektronischen Systemen sowie deren zunehmende Vernetzung mit dem Internet. Zu den Treibern dieser Entwicklung gehört die Medizinelektronik aber auch Smartcards, da dort die Sicherheitsanforderungen immer höher werden. Auch im Auto kommen zunehmend mehr 32-bit-MCUs zum Einsatz, da sie immer »intelligenter« werden. Dazu gehören Systeme für die Parkassistenz, die Abstandsregelung oder zur Notbremsassistenten.

Auch der extrem zyklische DRAM-Markt soll 2013 wieder ausschlagen. Dieses Mal allerdings nach oben. Nach einem Minus von 10 Prozent im letzten Jahr soll es 2013 um 9 Prozent nach oben gehen. Nach 5 verlustreichen Jahren gibt es weniger Hersteller, die sich gegenseitig im Preis unterbieten können, was zu einer gewissen Preisstabilität führt. So soll der DRAM-Preis in diesem Jahr um 7 Prozent steigen, während die Produktion nur um 2 Prozent zulegt.

Aber auch bei den ICs für die drahtgebundene Kommunikation geht es nach oben. Spezielle digitale und analoge Bauelemente für hohe Übertragungsraten sind besonders gefragt, da die Telekom-Anbieter ihre Netze weiter ausbauen. So soll in diesem Jahr etwa die 100-Gb/s-Technik in die Praxis umgesetzt werden. Insgesamt ist das weltweite Datenaufkommen innerhalb eines Jahres um 50 Prozent gestiegen, was den Ausbau der Netzwerke dringend notwendig macht. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Video-Übertragung über das Internet. Und schließlich geht ja auch das steigende Datenaufkommen der meisten Wireless-Übertragungen zuerst oft über Breitbandkabel, bevor die Daten zum Endgerät weitergeroutet werden.

Weiterer Rückgang für 16-bit-MCUs

Zu den größten Verlieren im Jahr 2013 gehören die SRAMs (-15 Prozent), der NOR-Flash (-15 Prozent) sowie die Gate-Arrays (-10 Prozent). Bei den Mikrocontrollern schafft die Gruppe der 4-/8-bit MCUs ein leichtes Plus mit 1 Prozent Wachstum. Negativ sieht es hingegen für die 16-bit-MCUs aus, deren Zahl um 3 Prozent zurückgehen soll.