Lieferprobleme Apple soll weniger iPads verkaufen

Apple soll in diesem Jahr weniger Tablets ausliefern als ursprünglich geplant. Grund sind die Lieferprobleme mit dem iPad 2. An der dominanten Rolle von Apple bei den Tablets wird das allerdings nichts ändern. Das geht aus einer Marktanalyse von IHS iSuppli hervor, die auch gleichzeitig die Gründe für die Lieferprobleme nennt.

Die Analysten von IHS iSuppli gehen davon aus, dass Apple in diesem Jahr rund 4 Millionen iPads weniger ausliefern wird als erwartet. Noch im Februar waren die Marktforscher von 43,7 Millionen verkauften iPads ausgegangen, jetzt sollen es nur noch 39,7 Millionen werden. Das sind ganze 9 Prozent weniger. Sollte die Vorhersage aufgehen, würde die Menge der verkauften iPads im Vergleich zu 2010 »nur« um 163,3 Prozent zulegen, statt um 189,6 Prozent.

Jeden der sich ein iPad 2 kaufen wollte, wird das nicht überraschen. Die neuen Tablets waren in Deutschland bisher nur mit langen Lieferzeiten zu bekommen. IHS iSuppli nennt nun die Gründe für diese Lieferprobleme, wobei sich die Marktforscher auf nicht näher genannte Quellen berufen. So gab es Produktionsschwierigkeiten bei dem LC-Display, das offensichtlich Qualitätsprobleme bereitet hatte. Außerdem gab es Lieferprobleme bei den Lautsprechern. Aber auch bei der Beschichtung des Touch-Screens soll es Probleme gegeben haben. Diese Probleme scheinen jetzt behoben zu sein und Apple kann die Produktion wieder erhöhen. Die Konsequenz ist, dass die Lieferzeiten für das iPad 2 bereits wieder kürzer geworden sind.

Überraschend ist, dass all diese Lieferprobleme im ersten Quartal nichts mit den Produktionsausfällen einiger Zulieferer in Japan zu tun hatten. Zwar gibt es nach Angaben von IHS iSuppli jede Menge japanischer Bauteile im iPad 2 allerdings hat Apple innerhalb von wenigen Tagen nach dem Beben für Ersatz gesorgt. Sogar höhere Preisen habe das Unternehmen in Kauf genommen, um die Lieferkette aufrecht zu erhalten.

Andere Tablet-Hersteller, die nicht so schnell waren, hatten das Nachsehen und kämpfen nun mit Lieferproblemen zum Beispiel bei Touch-Screens. Allerdings könnten die Produktionsausfälle in Japan auch dazu führen, dass Apple die Produktion des iPad 2 nicht so stark ausbauen kann, wie es das Unternehmen gern hätte. Somit werden sich die Verluste aus dem ersten Quartal kaum ausgleichen lassen.

Trotz dieser Probleme und der immer zahlreicheren Konkurrenz soll Apple noch eine ganze Weile Marktführer bei den Tablets bleiben. IHS iSuppli geht davon aus, dass erst 2013 alle anderen Hersteller zusammen mehr Tablets als Apple verkaufen werden. Und erst 2015 droht Apple dann die Ablösung als Marktführer durch einen Konkurrenten.

Da Apple technologisch und im Marketing führend ist, können die Konkurrenz-Tablets eher durch die niedrigeren Preise und die damit verbundenen höheren Verkaufsmengen punkten.