Analog Devices: Einstieg ins MEMS-Mikrofon-Geschäft

Damit tritt ADI in Konkurrenz zu Unternehmen wie Knowles, Akustica und Infineon Technologies. Mit dem neuen MEMS-Mikrofon soll Voice-over-IP in HiFi-Qualität möglich sein.

Die sich aus dem MEMS-Mikrofon und einem ASIC zusammensetzende 4,72 mm x 3,76 mm x 1 mm (Analogausgang) oder 4 mm x 3 mm x 1 mm (Digitalausgang) große Lösung zeichnet sich nicht nur durch ein Frequenzverlauf von 100 Hz bis über 15 kHz aus, sondern auch durch das nach eigenen Angaben branchenweit beste Signal-/Rausch-Verhältnis (SNR) von über 61 dB (A-Bewertung).

Konkret bedeutet das: Bei gleichem Signalrauschabstand lässt sich in einer Applikation der Abstand zum Mikrofon verdoppeln. Beide Features werden dazu führen, dass Telefonkonferenzen gemäß der Voice-over-IP-Norm TIA-920 durchgeführt werden können.

Die ADI-Mikrofone haben eine omnidirektionale Empfangscharakteristik und sind mit Digital- oder Analog-Ausgang erhältlich. In der Version mit Digitalausgang bietet das MEMS-Mikrofon eine hohe Immunität gegenüber eingekoppeltem HF-Rauschen und EMI, wie sie in der Umgebung von WiFi-Antennen und LCD-Monitoren durch Taktsignale auftreten.

Da eine analoge Signalaufbereitung und Abschirmmaßnahmen, die normalerweise bei der drahtgebundenen Übertragung von Analogsignalen erforderlich sind, bei Analog Devices' Einstieg ins MEMS-Mikrofon-Geschäft entfallen, können Systementwickler die Platzierung des digitalen MEMS-Mikrofons optimieren.

So lassen sich Audio-Leistungsmerkmale wie Stereo-Klang und Richtcharakteristik verbessern. ADI wird mit der Produktion der MEMS-Mikrofone noch im 4. Quartal beginnen. Wie Christoph Wagner, Field Application Engineerfür MEMS bei Analog Devices, erläutert, »zielen wir mit diesen Produkten zu Beginn ausschließlich auf Handheld-Applikationen im Konsumerbereich.«

Neben Applikationen im Bereich Sprachsteuerung könnten zukünftig aber auch Hörgeräte-Anwendungen durchaus zu den Einsatzbereichen zählen. An entsprechenden Projekten wird derzeit nach Wagners Angaben von ADI und verschiedenen anderen Anbietern gearbeitet, »bisher hat aber noch kein Hörgerätehersteller ein entsprechendes Produkt auf den Markt gebracht.«