Analog Devices: Aufbruch ins Power-Management

Als einen Schlüsselmarkt betrachtet Robbie McAdam, Group Vice President Analog Products, den europäischen Markt: »Um weltweit erfolgreich zu sein, müssen wir in Europa in den Bereichen Automotive, Industrie und Kommunikation die Basis schaffen.«

Hier will das Unternehmen sein Engagement noch verstärken. Außerdem wird ADI laut McAdam schon in Kürze im Bereich Power-Management für Furore sorgen. Die Weichen dafür sind bereits gestellt. 

Markt & Technik: In Interviews mit europäischen Journalisten erklärt Analog Devices gerne, wie wichtig der europäische Markt für das Unternehmen immer noch sei. Sind das eher Lippenbekenntnisse und in Wirklichkeit bedienen Sie den Markt eben so mit, während Sie den Fokus auf andere Regionen richten?

Robbie McAdam: Wir sehen Europa tatsächlich als eine für unser Unternehmen sehr wichtige Region an und können das auch belegen. Erstens erwirtschaften wir rund 20 Prozent unseres Umsatzes in Europa. Zweitens führt Europa, was ja kein Geheimnis ist, im Bereich der Automobilelektronik und es finden in Europa sehr wichtige Entwicklungen auf weiteren Feldern statt, etwa in der Infrastruktur für die Telekommunikation. Das bedeutet: Um weltweit erfolgreich zu sein, müssen wir in Europa die Grundlage dazu legen, beispielsweise über die Zusammenarbeit mit Kfz-Zulieferern wie Bosch, Hella, VDO, Continental und den OEMs selber. So bekommen wir den frühen Zugang zu Entwicklungen, die in fünf Jahren weltweit Früchte tragen. Drittens trägt der industrielle Marktsektor den größten Teil zu unserem Umsatz bei. Und hier ist Europa, insbesondere Deutschland, besonders stark.

Im Markt für Power-Management-ICs liegt ADI abgeschlagen auf einem Platz hinter den Top Ten. Wie wollen Sie diesen Rückstand aufholen?

Es stimmt, der Power-Management-Markt wächst schneller als die Märkte, in denen wir stark sind. Wir konnten bisher an diesem Wachstum nicht partizipieren. Ein Grund liegt darin, dass wir eine Power-Management-Gruppe nicht mit Experten für High-Performance-Signal-Conditioning aufbauen konnten. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, wir haben über die letzten 18 Monate viel in die Power-Management-Gruppe investiert und eine große Anzahl von Ingenieuren eingestellt. Außerdem ist es uns gelungen, mit Peter Henry einen ausgewiesenen Experten zu gewinnen, der unsere Power-Management-Aktivtäten seit einem Jahr als Vice President leitet. Zuvor war Peter Henry Vice President der Portable Power Systems Product Line von National Semiconductor.

ADI verfügt ja über eine ganze Menge Geld auf der Bank. Warum kaufen sie keine Power-Management-Firma, um schneller in diesem Markt zu wachsen?

Bisher haben wir noch keine passende Firma gefunden. Es gibt zwar eine ganze Reihe von Start-ups und kleinere Firmen in diesem Sektor. Aber meines Erachtens machen sich Firmen, die nur eine insuläre Lösung anbieten, zu große Hoffnungen auf den Erfolg im Markt. Es kommt darauf an, ein breites Produktportfolio anbieten zu können. Das gilt selbstverständlich auch für die große etablierten Hersteller, die Märkte erobern wollen, in denen sie bisher nicht so stark waren.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 20 der Markt&Technik vom 18.05.2007