AMD: Milliardenverlust und neuer Chef

Durch die Abschreibung von ehemaligen ATI-Geschäftsbereichen weist AMD einen Verlust von rund 1,2 Milliarden Dollar für das zweite Quartal aus. Firmenchef Ruiz gab unterdessen seinen Posten ab.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2007 konnte AMD seinen Umsatz um 3 Prozent auf 1,349 Mrd. Dollar steigern. Der Verlust für dieses Quartal beträgt 1,189 Mrd. Dollar.

Der Verlust ergibt sich zu einem Teil aus der Abschreibung von 920 Millionen Dollar durch die Aufgabe des Handy- und Digitalfernsehen-Geschäfts von ATI. Aber auch in den laufenden Geschäften wies AMD einen Verlust von 269 Mio. Dollar aus. Damit ist es bereits das siebte Quartal in Folge, in dem AMD keinen Gewinn macht. Immerhin war der Verlust aus dem laufenden Geschäft kleiner, als noch vor einem Jahr. Damals wies AMD ein Minus von 531 Mio. Dollar aus. Aus dem Verkauf von 200-mm-Fertigungsausrüstung konnte AMD einen Erlös von 193 Mio. Dollar ziehen.

Auch AMDs Finanzchef Robert Rivet sprach von einem finanziell enttäuschenden Quartal. Allerdings sei die Nachfrage nach AMDs neuen Prozessoren und Grafik-Produkten hoch. Wie schon im ersten Quartal sagte Rivet, dass AMD in der zweiten Jahreshälfte wieder Gewinn im operativen Geschäft erzielen wolle.

Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen gab AMD außerdem die Ablösung von Hector Ruiz als CEO durch Dirk Meyer bekannt. Meyer (46) war bisher COO bei AMD.

Der Führungswechsel sei letzter Teil eines 2-Jahres-Plans des Vorstands. Ruiz (62), der AMD seit 2002 führte, bleibt Vorsitzender des Verwaltungsrats.

Meyer kam 1995 zu AMD, wo er an der Entwicklung des Athlon-Prozessors mitarbeitete. Von 2001 bis 2006 war er für die Mikroprozessor-Sparte von AMD verantwortlich.