Server SoC AMD kündigt erstes ARM-basierendes Server SoC an

Der Prozessor-Hersteller AMD hat rund 15 Monate nach seinem Schwenk zur ARM-Architektur ein erstes konkretes Produkt angekündigt: Das Opteron A1100 genannte SoC wird bis zu acht 64-bit-Cores des Typs ARM Cortex-A57 enthalten; Lösungen auf Basis des A1100 sollen dabei nur noch ein Zehntel eines Intel-Xeon-Prozessors kosten.

Das Opteron A1100 SoC wird entweder vier oder acht Cores enthalten, wobei es nur einen Maskensatz gibt – bei der Vier-Core-Konfiguration werden vier Cores einfach deaktiviert. Die SoCs werden bei Globalfoundries in einem 28-nm-Prozess gefertigt und voraussichtlich mit 2 GHz getaktet. Jeweils zwei Cores teilen sich einen 1 MB großen L2-Cache, dazu kommt für alle Cores ein geteilter L3-Cache mit bis zu 8 MB. Ein neu entwickelter Speicher-Controller unterstützt sowohl DDR3- als auch DDR4-Speicher, der über eine 128 bit breite Schnittstelle angebunden wird. Eine Referenzplattform unterstützt pro SoC bis zu 128 GB DDR3-Speicher in Form von DIMMs.

Auf dem SoC befinden sich weiterhin ein PCI2-3.0-Controller mit acht Leitungen sowie ein 8-Port SATA Controller mit einem Durchsatz von 6 Gbit/s. Die On-Chip-Schaltmatrix soll diese Übertragungsrate auf allen acht SATA Ports erreichen, wohl ein Ergebnis der Akquisition von SeaMico. Dazu kommen zwei 10-GbE Ports und ARMs TrustZone-Technologie.

Bei einer vergleichbaren maximalen Verlustleistung erreicht der Opteron A1100 eine deutlich höhere Rechenleistung als der auf den x86-­Jaguar-Cores basierende Opteron X2150. Dort sind vier mit jeweils 1,9 GHz getaktete Jaguar-Cores integriert, was insgesamt eine SPECint_rate von 28,1 ergibt (7 pro Core) – bei einer TDP von 22 W. Der A1100 soll eine SPEC­int_rate von 80 erreichen (10 pro Core), bei einer TDP von 25 W. Die Energieeffizienz (Rechenleistung/W) ist damit bei dem ARM-basierenden SoC fast dreimal höher als bei AMDs x86-Chip.

Im Vergleich zu Intel-Xeon-basierenden Lösungen soll eine A1100-Lösung laut AMD rund zehnmal billiger sein. Der Verkaufspreis könnte bei etwa 100 Dollar liegen, allerdings schweigt sich AMD offiziell hierüber aus.

AMD ist der Ansicht, dass ARM langfristig gegen Intel gewinnen kann: 2013 wurden etwas mehr als 13 Millionen x86-basierende Server-CPUs verkauft, dagegen rund 8 Mrd. Chips mit ARM-Cores. Angeblich wollen laut AMD sowohl OEMs und ODMs als auch Großkunden, dass sich die ARM-Architektur durchsetzt. Sie hätten damit mehrere Alternativen für den Chip-Einkauf, während im x86-Bereich Intel mehr oder weniger eine Monopolstellung innehat. AMD erwartet, bis 2019 einen Anteil von 25 % Server-Chips auf der Basis von ARM-Cores zu erreichen, und rechnet damit, eine führende Position in diesem Marktsegment einzunehmen.