Energy Micro 1 Milliarde Dollar Umsatz bis 2020

Der Microcontroller mit dem Gecko: der EFM32 von Energy Micro.
Der Microcontroller mit dem Gecko: der EFM32 von Energy Micro.

Bei der Unternehmensgründung von Energy Micro 2007 trat CEO Geir Førre mit dem anspruchsvollen Ziel an den Markt, innerhalb von nur zehn Jahren 1 Prozent des gesamten Mikrocontroller-Umsatzes mit Energy Micro zu generieren. Nun hat er noch eins draufgesetzt.

Wie ehrgeizig dieses Ziel ist, zeigt sich anhand mehrerer Tatsachen. Zum einen hat sich Energy Micro erst im Oktober letzten Jahres noch eine Kapitalerhöhung von 12 Mio. Dollar durch neue und bestehende Investoren gesichert, die in die Entwicklung der ICs fließen sollen. Zum anderen ist Energy Micro bislang noch immer nicht profitabel. Außerdem ist die Differenz zwischen zuerst genannten und dem jetzt formulierten Ziel gigantisch: 1 Prozent des rund 30 Mrd. Dollar großen MCU-Marktes entsprächen 300 Mio. Dollar in 2017, jetzt sollen es nur drei Jahre später bereits 1 Mrd. Dollar sein. Das erste Ziel glaubte Førre allein mit seinen energiesparenden Controllern zu erreichen, in der jetzt anvisierten 1-Mrd.-Dollar-Grenze »gehen auch die von uns entwickelten Funk-ICs ein«, erklärt Jürgen Hoika, Vice President Sales&Marketing EMEA von Energy Micro.

Bislang befindet sich das Unternehmen laut eigener Aussage jedenfalls auf der Erfolgsspur. So meldete Energy Micro, man sei im letzten Jahr um fast 100 Prozent pro Quartal gewachsen und habe somit das Gesamtjahr 2012 mit einem Umsatzplus von 600 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen.

Damit das Wachstum weitergeht, hat Energy Micro mittlerweile ein umfassendes Distributionsnetz etabliert. War Codico der erste Distributor, der Energy-Micro-Mikrocontroller in sein Produktspektrum aufnahm, sind mittlerweile noch einige andere Distributoren in Nordamerika, Asien und Europa auf den Energy-Micro-Zug aufgesprungen, einschließlich Avnet Memec, Digi-Key, Farnell (Farnell Element 14, Newark Element 14 und Farnell Newark), Glyn und RS Components. »Energy Micro brauchte ein funktionsfähiges Distributionsnetz, mit dem das Interesse an unseren Produkten auch bedient werden kann«, kommentiert Hoika. Dass sich unter den Distributoren auch so genannte Katalogdistributoren finden, erklärt er so: »Unsere Mikrocontroller sind so einfach einzusetzen, dass es für einen Katalogdistributor einfach ist, damit den breiten Massenmarkt zu bedienen.«

Gleichzeitig hat das Unternehmen aber auch sein Produktspektrum deutlich ausgebaut. Kamen 2009 die ersten Gecko-Mikrocontroller auf Basis des Cortex-M3 auf den Markt, sind heute laut Hoika 160 verschiedene Typen verfügbar. In diesem Jahr wird sich die Anzahl dann noch einmal auf über 240 verschiedene MCUs erhöhen. So sollen im zweiten Halbjahr die im letzten Jahr bereits vorgestellten Wonder-Geckos hinzukommen, in denen ein Cortex-M4-Prozessorkern implementiert ist. Im dritten Quartal folgen laut Hoika dann noch die Zero-Geckos, in denen der Cortex-M0+ seine Arbeit verrichtet. Darüber hinaus sollen im dritten Quartal dann auch die energiesparenden Transceiver-Bausteine Draco mit integriertem ARM Cortex-M3 folgen. Hoika abschließend: »Auch wenn wir sehr stark auf Produkte mit niedrigster Leistungsaufnahme ausgerichtet sind, wollen wir sicherlich kein kleiner Nischenanbieter bleiben.«