Grundig beendet Forschung & Entwicklung in Deutschland

Damit geht ein langes Kapitel der deutschen Elektronikgeschichte zu Ende. Neue Grundig-Fernseher werden ab nächstem Jahr nur noch in der Türkei entwickelt.

Mit dem Schritt konzentriert Grundig seine F&E-Aktivitäten auf Istanbul, wo bereits 200 Entwicklungsingenieure tätig sind. In Nürnberg hatten seit der Insolvenz von Grundig im Jahr 2003 nur noch knapp 20 Entwickler gearbeitet. In Istanbul gibt es darüber hinaus zwei Fertigungslinien für LCD-Fernseher von Grundig.

Aus der Insolvenzmasse war im Jahr 2004 die Home Intermedia System (HIS) von dem türkischen Hersteller für Unterhaltungselektronik Beko und dem britischen Hersteller Alba Radio übernommen worden. 2007 hatte die türkische Unternehmensgruppe Koc Holding dann die Muttergesellschaft Grundig Multimedia komplett übernommen.

Als es Radios nur im Baukasten gab: Einige Meilensteine von Grundig

Die Zentrale von Grundig wird weiterhin in Nürnberg bleiben. Dort sollen hauptsächlich das Produktmanagement, das Marketing, der Vertrieb und der Service verbleiben.

Grundig-Geschäftsführer Şemsettin Eksert begründete den Schritt mit den Worten: »Wir müssen angesichts des steigenden Wettbewerbs- und Kostendrucks unsere Ressourcen bündeln und uns innerhalb des Konzerns in Nürnberg auf die Aufgaben konzentrieren, die im Rahmen der Konzernstrategie für das Unternehmen und die Marke am wichtigsten sind.«

Grundig wurde 1930 von Max Grundig in Fürth gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg stieg das Unternehmen zum größten europäischen Radio- und Fernsehhersteller auf.