ENERGIE&TECHNIK 6/2011 Frischer Wind für Ihre Kommunikation!

So langsam aber sicher machen sich die in Deutschland installierten 12 GW PV-Leistung bemerkbar. Am 16. Juli fiel der Strompreis an der Leipziger Strombörse zwischen 15 und 16 Uhr auf 2,5 Cent je Kilowattstunde. Das waren 50 Prozent weniger, als die üblichen 5 Cent. Damit lag der Preis der Kilowattstunde auch deutlich unter den Konditionen für Nachtstrom. Langfristig, so die ...

Experten, könnte es im Sommer zur Normalität werden, dass Tagestarife günstiger sind als Nachttarife. Solarstrom wird damit zum Preisbrecher. Seit 2006 haben sich laut BSW-Solar die Kosten für Solarstrom halbiert. Schon 2013 wird in Deutschland auf dem eigenen Hausdach produzierter Solarstrom günstiger sein als die meisten Haushaltsstromtarife der Energieversorger, wie Berechnungen der Beratungsunternehmen Roland Berger und Prognos ergeben haben.

Schon 2014 soll Solarstrom aus großen Solarstromanlagen das Förderniveau von Windkraftanlagen auf dem Meer erreichen. Windkraftanlagen hatten übrigens an jenem 16. Juli mit 6 GW eingespeister Leistung mit dazu beigetragen, dass der Strompreis auf 2,5 Cent eingebrochen war. Neue Solarstromanlagen auf Gebäuden mit einem hohen Anteil selbstverbrauchten Solarstroms, so die heutigen Prognosen, könnten sich wahrscheinlich schon im Jahr 2017 in Deutschland komplett ohne finanzielle Förderung rentabel betreiben lassen.

Die simple Formel, nach der der Photovoltaik-Weltmarkt um so schneller wächst, je schneller der Solarstrom wettbewerbsfähig wird, birgt für die in der Branche tätigen Unternehmen jedoch durchaus Gefahren. In wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich und Italien geriet der Verkauf ins Stocken, weil die staatliche Förderung für Solarstrom reduziert wurde. Gleichzeitig drängten chinesische und asiatische Hersteller auf den Weltmarkt für Solarzellen. Die Folge: Die Preise für Solarzellen fielen in zweistelligen Raten. Das führt nicht nur dazu, dass die Fertigungskapazitäten bei einer Reihe von Solarpionieren bei weitem nicht mehr ausgelastet sind, sondern sich auch immense Werte in den Lagern stapeln. Bleibt abzuwarten, ob dem einstigen Branchenprimus die dringend notwendige Restrukturierung und Neuausrichtung gelingt.

Staatliche Eingriffe in den Markt, sei es nun die Auflage von Förderprogrammen, oder auch deren außerplanmäßige Kürzungen, haben eben massive Auswirkungen auf die im Bereich Erneuerbarer Energien tätigen Unternehmen. Wie komplex sich etwa die letztlich von allen gewollte Energiewende auf einzelne Bereiche der Erneuerbaren Energien auswirken kann, zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts trend:research auf. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bis 2012 zu einem drastischen Rückgang des Zubaus von Biogasanlagen ab 2012 führen wird. Für einen ausgeklügelten Erneuerbaren Energiemix ganz sicher eine Hiobsbotschaft, kann doch die aus Biomasse gewonnene Energie auch dann in die entsprechenden Versorgungsnetze eingespeist werden, wenn Photovoltaik- und Windenergieanlagen wegen Windflaute oder zu starker Bewölkung passen müssen.

Vor dem Hintergrund dieser komplexen Zusammenhänge schlagen wir auch in der nächsten Ausgabe der ENERGIE&TECHNIK die Brücke zwischen den unterschiedlichen Bereichen rund um das Thema Energieeffizienz, getreu dem Motto: Wer die ganze Welt der Energieeffizienz verstehen will, muss ganz einfach von Zeit zu Zeit über den Tellerrand seiner Hauptdisziplin hinausschauen.

ENERGIE&TECHNIK 6/2011
Erscheinungstermin: 25. Oktober 2011

Anzeigenschluss: 28. September 2011

Bilder: 30

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