FBDi: Bauelemente-Distributionsmarkt gibt weiter nach

Der Deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt (gemäß FBDi) ging im ersten Quartal 2008 um 9,9 Prozent gegenüber dem Rekordquartal von 2007 zurück. Die Auftragslage zeigt sich robust, die Book-to-Bill-Rate steigt auf 1,07.

Wie erwartet zeigt sich der deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt im ersten Quartal 2008 eher schwach. Verglichen mit dem Rekordquartal Q1/2007 nahm der Umsatz um 9,9 Prozent auf 647 Millionen Euro ab. Das liege, laut FBDi, im europäischen Trend, wo alle Regionen außer Osteuropa Federn lassen mussten. Die gute Nachricht: Die Auftragslage war in Q1/2008 sehr gut, mit einer Book-to-Bill-Rate von 1,07 und einem Auftragseingang von 683 Millionen Euro.

Am stärksten betroffen vom zyklischen Rückgang sind die passiven Bauelemente, die um 14,2 Prozent auf 93 Millionen Euro schrumpften. Halbleiter, die stärkste Produktgruppe mit 71 Prozent Anteil am gesamten Markt, gingen um 9,9 Prozent auf 459 Millionen Euro zurück. Der Umsatz mit elektromechanischen Komponenten sank um 9,3 Prozent auf 75 Millionen Euro. Gestiegen ist dagegen der Umsatz mit Displays (+9,4 Prozent) und Stromversorgungen (+16,7 Prozent), wenngleich ihr Beitrag zum Gesamtumsatz vergleichsweise gering war. Bei den Aufträgen war das Minus im Vergleich zu Q1/2007 deutlich geringer. Ein Minus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr führte zu einer positiven Book-to-Bill-Rate von je 1,07 bei Halbleitern und Elektromechanik und 1,01 bei Displays und Stromversorgungen. Lediglich die passiven Komponenten lagen mit 0,99 leicht zurück.

FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet) sieht die Entwicklung verhalten positiv: »Es gibt keinen Grund zur Panik. Der Rückgang gegenüber dem absoluten Rekordquartal der Distributionsgeschichte (Q1/2007) ist nachvollziehbar. Angesichts der seit April letzten Jahres anhaltenden Marktschwäche, die sehr viel mit der dollargetriebenen Preisentwicklung zu tun hat, sehen wir eher die positiven sequenziellen Tendenzen. Die anhaltend gute Auftragslage lässt erwarten, dass sich das Minus im Laufe der nächsten Quartale etwas relativiert und - sollte nichts Unvorhergesehenes wie ein weiterer starker, dollargetriebener Preisverfall passieren - das Jahr 2008 mit schlimmstenfalls einem leichten Minus für die Bauelementeindustrie endet.«

Es könnte aber auch wesentlich positiver laufen, so Steinberger weiter: »Die wirtschaftlichen Rahmendaten in Deutschland sind nach wie vor positiv und der Export gerade in der für die Distribution wichtigen Industriekundschaft bleibt sehr erfolgreich, trotz des Dollars. Im günstigsten Fall ist für den Bauelemente-Distributionsmarkt sogar ein leichtes Plus drin.«


Marktentwicklung von Q1/2006 bis Q1/2008 laut FBDi

Weiter Informationen dazu unter www.fbdi.de.