Farnell: Hauptstandbein Mittelstand

Die über 365.000 bei Farnell ab Lager lieferbaren Artikel stellen wohl die höchste Verfügbarkeitsquote der Branche dar. Der Distributor beliefert alle – vom 1-Mann-Tüftler bis zum Großkonzern – doch hauptsächlich kommen die Kunden aus dem Mittelstand.

Vom 1-Mann-Tüftler mit einem 100-Euro-Auftrag bis zum Weltkonzern mit siebenstelliger Auftragssumme reicht das Kundenspektrum des Multichannel-Distributors Farnell im deutschsprachigen Raum. Entsprechend unterschiedlich und individuell gestalten sich bisweilen die Bestellwege. Während in etwa gleich große Anteile der Aufträge über elektronische Medien und Fax in Oberhaching bei München eingehen, werden rund 10 Prozent der Aufträge am Telefon erteilt. Gut 1 Prozent, so der für Deutschland, Österreich und die Schweiz zuständige Farnell-Geschäftsführer Bodo Badnowitz schmunzelnd, »geht hier aber nach wie vor per Brief oder Postkarte ein und es sieht nicht so aus, als wenn sich daran so schnell etwas ändern würde«.

Farnells Hauptstandbein ist unzweifelhaft der Mittelstand und dort zeigt sich dann häufig auch die Geschäftsführung davon überrascht, wie schnell die bestellten Produkte beim Kunden sind. »Wenn wir uns routinemäßig danach erkundigen, wie zufrieden der Kunde mit unserem Service ist«, berichtet Badnowitz, »bekommen wir immer wieder zu hören, dass könne doch gar nicht sein, dass der Auftrag so schnell erfüllt worden sei«. Geht aber doch. Wer bis 19.00 Uhr seine Bestellung abgibt, der erhält seine Ware am Tag darauf. Fast könnte man bei Farnell so weit gehen, die Lieferung bis 12 Uhr Mittags zu garantieren, aber so weit will man dann doch nicht gehen. »Abhängig davon, ob ihr Standort auf der Vormittag- oder Nachmittagsstrecke des Paketdienstfahrers liegt«, erläutert der Farnell-Chef, »erhalten die Kunden ihre Ware eben bereits um 10 Uhr, oder erst am Nachmittag«. Insgesamt 99,7 Prozent aller bestellten Produkte, so die Statistik, kommen am Tag nach der Bestellung beim Kunden an.

Wer sich über das reichhaltige Angebot von Farnell informieren will, dem steht neben dem Internet auch ein 2500 Seiten dicker und rund 2,3 kg schwerer Katalog zur Verfügung. In ihm findet sich knapp ein Viertel des gesamten Farnell-Angebotsspektrums wieder. Die Frage, warum alles in einen Katalog gepackt wird, beantwortet Badnowitz so: »Die Erfahrung mit unterteilten Katalogen zeigt immer wieder, dass im Zweifelsfall genau der Teilbereichskatalog nicht verfügbar ist, den der Kunden jetzt gerade bräuchte. Aus diesem Grund wird Farnell auch in Zukunft am schwergewichtigen Einzelkatalog festhalten«.

Wer auf das gesamte Farnell-Produktspektrum zurückgreifen will, für den ist das Internet das Instrument seiner Wahl. Dort findet er derzeit insgesamt rund 430.000 Produkte. Davon sind, wie Badnowitz betont, »auch rund 365.000 wirklich ab Lager lieferbar«. Dieses hohe Maß an Verfügbarkeit, ist für ihn eines der herausragenden Kennzeichen von Farnell. Ein erst vor kurzem optimierter Einkaufsmanager in Form einer Webplattform, erleichtert den schnellen Zugriff und die Auftragsvergabe. Die Logistikleistung, die Produkte dann möglichst schnell zum Kunden zu bringen, scheint dagegen nur eine Frage der Zusammenarbeit mit den richtigen Paket-Services zu sein.