EuP-Richtlinie hat spürbare Auswirkungen auf Entwicklungen

Für Entwicklungsingenieure ist die EuP-Richtlinie von allen jüngst verabschiedeten EU-Gesetzgebungen die wichtigste. Die Rahmenrichtlinie soll die Entwicklung neuer Produkte unter Einbeziehung von Umweltaspekten voranbringen. Doch trotz der momentanen »Unverbindlichkeit«...

Für Entwicklungsingenieure ist die EuP-Richtlinie von allen jüngst verabschiedeten EU-Gesetzgebungen die wichtigste. Die Rahmenrichtlinie soll die Entwicklung neuer Produkte unter Einbeziehung von Umweltaspekten voranbringen. Doch trotz der momentanen »Unverbindlichkeit«: Auf die lange Bank schieben sollte man die EuP-Richtline nicht, denn im zweiten Schritt könnten detaillierte Vorgaben aus Brüssel folgen – falls die Industrie nicht freiwillig auf Eco-Design setzt.

Mit den EuP-Richtlinien (Energy using Products Directive 2005/ 32/EC) hat sich die EU-Kommission die Reduzierung des Energieverbrauchs von elektrischen Geräten, besonders im laufenden Betrieb, zum Ziel gesetzt. »Doch auch für sämtliche Auswirkungen auf die Umwelt, zum Beispiel des Einsatzes gefährlicher Substanzen sowie einfacher Wiederaufbereitung, könnten Gesetze erlassen werden«, erläutert Dietmar Veith, Product Marketing Manager bei Farnell und Experte für die EuP-Richtlinie.

»Könnten« bedeutet im Klartext: Brüssel setzt zunächst darauf, dass sich Hersteller aus freien Stücken bemühen, energiesparende und umweltfreundliche Produkte zu entwickeln, gemäß so genannter »Durchführungsmaßnahmen «.

Die Richtlinie selbst gibt eine Liste von Kriterien vor, die zu beachten sind, wenn eine Durchführungsmaßnahme zugelassen werden soll. Indes sind nur Produkte betroffen, von denen mindestens 200.000 Einheiten pro Jahr verkauft werden. »Allerdings legt die Richtlinie nicht fest, ob darunter individuelle Produktausführungen oder breit gefasste Kategorien zu verstehen sind«, so Dietmar Veith.

Obwohl zunächst auf die freiwillige Einhaltung der Maßgaben gesetzt wird, sollten die künftigen Auswirkungen der EuP-Richtlinie nicht unterschätzt werden. »Die Europäische Kommission und das Parlament werden gesetzliche Maßnahmen erlassen, wenn freiwillige Eco-Design-Verbesserungen nicht bereits wirksam vorhanden sind«, so Dietmar Veith. Es liegt daher im Interesse von Herstellern und ihren Entwicklungsingenieuren vorauszuplanen, dass sämtliche neuen Produkte unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen entwickelt werden.

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