EMS-Dienstleistungen für Windturbinen Erneuerbare Energien - Aufwind für die Elektronikfertigung

Das britische Start-Up Quiet Revolution hat eine vertikal ausgerichtete Windturbine entwickelt, die sich optimal zur dezentralen Stromversorgung eignet: Sie lässt sich auch in Gebieten mit häufig wechselnden Windrichtungen und -stärken einsetzen. Den Schritt vom Prototypen zur Serienreife konnte Quiet Revolution alleine allerdings nicht meistern und holte sich Unterstützung beim EMS-Unternehmen Sanmina-SCI.

Der EMS-Dienstleister unterstützt Quiet Revolution bei der Verkabelung und der Baugruppenfertigung - eine »Win-Win-Situation für beide Seiten«, meint Oliver Digel Senior Vice President Business Development bei Sanmina-SCI, »weil wir als EMS-Dienstleister dadurch ein spannendes Projekt in diesem Markt von Anfang an betreuen konnten.«    

Mittlerweile ist einstige Start-Up Quiet Revolution den Kinderschuhen entwachsen und hat finanzkräftige Investoren wie RWE Innogy gefunden: RWE Innogy ist die Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE und bündelt innerhalb des RWE-Konzerns die Aktivitäten rund um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieformen. Die kleinen und geräuscharmen Windturbinen von Quiet Revolution können beispielsweise in Wohngebieten, auf Bürogebäuden und öffentlichen Einrichtungen installiert werden und produzieren eine Leistung von sechs Kilowatt. Der Schritt vom Prototypen zur Serienfertigung der Windturbinen stellte Quiet Revolution allerdings vor große Herausforderungen, weil dafür neben der eigenen Kernkompetenz, dem Design und der Entwicklung der Windturbine, auch viel Wissen über eine kosteneffiziente Produktion der Verkabelung erforderlich ist. »Unsere vertikal ausgerichteten Windräder erschließen für die Windenergie neue Standorte und Einsatzgebiete. Entscheidend ist jedoch auch eine stabile, langlebige Verkabelung, sowohl der Masten als auch im Untergrund«, erklärt Richard Cochrane von Quiet Revolution. Um diese Wissenslücke ohne Zeitverzögerungen und die Investition in eigene Ressourcen zu schließen, wandte sich Quiet Revolution an das EMS-Unternehmen Sanmina-SCI. Nicht nur im Bereich EMS (EMS: Electronics Manufacturing Services), sondern auch wenn es um die Verkabelung geht, verfügt Sanmina-SCI über jahrelange Expertise aus der Telekommunikations- und Automobilindustrie.

Die Verkabelung ist entscheidend

Die Art der Kabel und ihre Zusammensetzung sind für den Betrieb der Windturbinen entscheidend. Einerseits geht es dabei um die Verkabelung der Masten und um die Anbindung des Anemometers, das die Windgeschwindigkeit misst. Andererseits müssen die Anlagen mit Untergrundkabeln angeschlossen werden, die wasserdicht und weitgehend zerstörungssicher sind, die Leitungen langfristig schützen und sie vor Störungen jeder Art, auch vor Geräuschen und Fremdsignalen, abschirmen. Die Signalintegrität ist auch deswegen wesentlich, weil die Lebensdauer der Windräder mit etwa 25 Jahren sehr hoch ist und dabei nur ein geringer Wartungsaufwand erforderlich sein soll.

Neben der Materialauswahl und -beschaffenheit ist auch die Art, wie man die Kabel anschließt und verbindet, ausschlaggebend. »Durch unsere umfassende Erfahrung konnten wir das Design entscheidend verbessern und im Hinblick auf eine kosteneffizientere Produktion optimieren«, erklärt Oliver Digel, Senior Vice President Business Development bei Sanmina-SCI. Inzwischen ist Sanmina-SCI ein  langfristiger Partner für Quiet Revolution wenn es um die Weiterentwicklung und Herstellung der Windräder geht. So unterstützt Sanmina-SCI den Kunden bei Design-Änderungen der Verkabelung und fertigt neben der gesamten Kabelpalette die Gehäuse der Kontrollboxen für die Telemetrie, die in die Masten der Turbinen integriert werden. Ein durchschnittlicher Kabelbaum für ein Windrad umfasst 30 bis 40 verschiedene Kabel unterschiedlicher Länge und Beschaffenheit. Zu einem solchen Set kommt jeweils ein Gehäuse für die Kontrollbox hinzu. Neben der Unterstützung bei Design und Montagezeichnungen, der Realisation von Kosteneinsparungen übernimmt Sanmina-SCI für Quiet Revolution auch weitere Dienstleistungen wie die Zeichnung des Gesamtübersichtsplans und die technische Dokumentation. Quiet Revolution sei insgesamt ein gutes Beispiel dafür, wie ein großer EMS-Dienstleister ein kleineres Kunden-Unternehmen dabei unterstützen kann, am Markt schlagkräftiger zu agieren, betont Digel. Aber auch das EMS-Unternehmen profitiert von der Zusammenarbeit in diesem noch jungen Marktsegment. »Wir haben in diesem Projekt die Möglichkeit, unsere Erfahrung unter Beweis zu stellen und ein neues Projekt von Anfang an in diesem spannenden Markt zu begleiten«, erklärt Digel.