EMTrust: Embedded Computer aus Kaufbeuren

EMTrust wurde am 1.2.2008 gegründet, um im Rahmen eines Asset-Deals Teile der insolventen Inova Computers zu übernehmen. Fünf Monate später scheint der Neuanfang des Unternehmens nicht nur gelungen zu sein, sondern es gibt auch klare Zukunftsperspektiven.

»Es läuft erstaunlich gut«, fasst Christian Blersch, Geschäftsführer von EMTrust, die ersten 150 Tage des Unternehmens zusammen, »die Ertragsentwicklung ist überaus gut. Von der 'schwarzen Null' gehen wir für dieses Jahr stark aus«. So konnte EMTrust die Gemeinkosten wie Miete und Versicherung um rund 30 Prozent senken. Gleichzeitig konnten die meisten Kunden gehalten werden. »Wir haben ganz genau geschaut, wo man ansetzen kann, ohne die Qualität zur verschlechtern«, berichtet Blersch.

Ganz spurlos ging diese Entwicklung aber nicht an der Personaldecke vorbei. So hatte Inova Computers zur besten Zeit rund 90 Mitarbeiter gehabt, musste aber schon selbst abbauen - jetzt sind es bei EMTrust 38. »Bei den Mitarbeitern ist aber der Wille zur Reform vorhanden«, betont Blersch, »sie sind sehr motiviert und wir haben eine deutliche Effizienzsteigerung«.

Dies drückt sich auch in der Entwicklung neuer Produkte aus. »Bislang basierten unsere Systeme auf 3HE-CompactPCI, es können jetzt aber auch 19-Zoll- und Schaltschrank-PCs ins Produktportfolio kommen«, erklärt Blersch. Die nächste Neuheit wird aber dennoch eine 3HE-CPCI-CPU-Karte sein, die mit Intels G45GM-Chipsatz für Multi-Core-CPUs arbeitet. Was danach kommt, ist noch offen, da mehrere Entwicklungen parallel laufen.

Neben neuen Formfaktoren für Komplettsystem ist man auch für neue Bus-Konzepte offen. »CompactPCI-Plus schauen wir uns genau an - wir reden aber vorher mit den Kunden, ob überhaupt ein Bedarf dafür da ist«, bestätigt Blersch, »zurzeit gibt es eher zu viele als zu wenige Standards auf dem Markt«. Die zehn Entwickler bei EMTrust sollen sich schließlich nicht verzetteln, sondern marktgerechte Produkte entwickeln.