EMS-Markt: steigende Umsätze

Angaben führender Analystenhäuser zufolge konnten die EMS-Firmen (Electronic Manufacturing Services) im Jahr 2005 einen weltweiten Umsatz von etwa 120 Mrd. Dollar erzielen. Das sind 11 Mrd. Dollar mehr als 2004.

Die Analysten gehen davon aus, dass der Markt 2006 um gut 10 Prozent zulegt, also um 12 bis 13 Mrd. Dollar. Für Gary Watson, Marketing Director von Flextronics, sind die Prognosen keine große Überraschung, denn die EMS-Anbieter profitierten gleich mehrfach von der Marktentwicklung: Zum einen werden immer mehr elektronische Geräten produziert und damit steigt auch das EMS-Auftragsvolumen, zum anderen nehmen immer mehr Unternehmen die Dienstleistungen der EMS-Anbieter in Anspruch.

Watson: »Ein großer Teil des Wachstums wird von den OEMs kommen, die bereits Teile ihrer Wertschöpfungskette ausgelagert haben.« Im Zuge der kontinuierlichen Optimierung ihrer Supply-Chain suchten sie nach Alternativen zu ihren bestehenden Prozessen. Solch eine Alternative ist beispielsweise die Verlagerung eines Teils der Fertigung in Niedriglohnländer. Watson: »Weil viele OEMs selbst nicht über die notwendige Flexibilität verfügen und auch keine Investitionen in neue Produktionsstätten tätigen möchten, werden sie weitere Prozesse an EMS-Anbieter abgeben.«

Damit nicht genug: Watson ist sich sicher, dass die EMS-Firmen künftig auch verstärkt Neukunden gewinnen können, also Unternehmen, die bislang alle Prozesse der Wertschöpfungskette selbst betreut haben. »Wer im Wettbewerb bestehen will, muss Kosten- und Time-to-Market-Vorteile nutzen, und die können EMS-Partner bieten.«

Ein weiterer Punkt, der das Marktvolumen ankurbelt: Die EMS-Firmen dringen in neue Märkte vor. Beispiele sind die Medizintechnik oder das Automotive-Segment, wie auch die Luftfahrt und Marine-Elektronik.