EMS-Branche will Standards schaffen

Die im ZVEI organisierten Anbieter von Electronic Manufacturing Services (EMS) haben eine neue Qualitätsinitiative ins Leben gerufen: »Services in EMS«. Die Unternehmen wollen damit die Kunden über ihre Leistungsfähigkeit und ihr Dienstleistungsspektrum informieren und einheitliche Standards schaffen.

Die europäische EMS-Branche wächst, getrieben durch den anhaltenden Outsourcing-Trend. Felix Meckmann, Leiter Marketing von Schlafhorst Electronics: »Immer mehr Systemanbieter konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen, weil der finanzielle Spielraum fehlt, um die nötige Fertigungstiefe aufzubauen.« Im deutschsprachigen Raum werden inzwischen rund 20 Prozent der elektronischen Baugruppen von EMS-Unternehmen gefertigt. Tendenz: steigend.

Schwierig ist es allerdings, den richtigen EMS-Partner zu finden, denn was der vergleichsweise jungen Branche fehlt, das sind einheitlich Standards. So ist EMS nicht gleich EMS: es gibt große Unterschiede im Dienstleistungsportfolio der einzelnen Unternehmen; einige unterstützen den Kunden von der Entwicklung bis hin zum After-Sales-Service, andere konzentrieren sich nur auf Teilbereiche der Wertschöpfungskette »und bieten somit gar keine echte EMS-Leistung an«, so Meckmann.

Fehlende Standards gibt es aber auch innerhalb der einzelnen Wertschöpfungsbereiche. Meckmann: »Das macht es für den Kunden schwer, die Angebote und die Kosten zu vergleichen.«

Die Initiative »Services in EMS« soll nun Standards - und damit eine hohe Qualität, Transparenz und Vergleichbarkeit schaffen. Die teilnehmenden Unternehmen haben in einem ersten Schritt sieben Wertschöpfungsbereiche definiert und Mindeststandards festgesetzt. Wer garantiert, die Standards verbindlich einzuhalten, darf künftig das geschützte Dienstleistungslogo »Services in EMS« nutzen. »Das Logo signalisiert Qualität und Dienstleistungskompetenz und soll die Vertrauensbasis zwischen Kunden und EMS-Providern stärken«, erklärt Christoph Stoppok, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems.

Mehr als 25 der größten EMS-Provider im deutschsprachigen Raum haben sich bisher der Initiative angeschlossen. Zusammen erreichen sie ein Marktvolumen von über 50 Prozent in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Teilnahme an »Services in EMS« steht allen Mitgliedsunternehmen des Fachverbands Electronic Components and Systems im ZVEI offen. Der offizielle Startschuss zu »Services in EMS« erfolgt am 16. November 2006 um 11.00 Uhr im Rahmen des ZVEI-Podiums in der Halle C3.