Embedded-NUC mit Qseven-Modulen Zwei SGET-Standards vereint

»Embedded NUC« ist ein neuer Formfaktorstandard der SGET für sowohl Boards als auch Systemdesigns. Vereint man ihn mit der SGET-Spezifikation »Qseven«, entstehen modulare Box-PC-Designs, die individuelle Schnittstellenoptionen vom Modul über das Board bis hin zum System gewährleisten.

Nach Unterlagen von ies.

Seit 2012 gibt es »NUC« (Next Unit of Computing) als Formfaktor für kommerzielle Applikationen. Die SGET (Standardization Group for Embedded Technologies e.V.) wiederum hat diesen Formfaktor auf die Bedürfnisse von Embedded- und IoT-Applikationen angepasst und Anfang 2015 die offizielle Version 1.0 der Embedded-NUC-Spezifikation veröffentlicht. Sie definiert im Wesentlichen einen Embedded-Formfaktor, der die Abmessungen des kommerziellen NUC-Formfaktors von 101,60 mm × 101,60 mm nutzt und diesen industrietauglich und auch unabhängig vom Prozessoranbieter macht. Eine Spezifikation für die Auslegung von Systemen ist zudem in Vorbereitung.

Ergänzt wurde die kommerzielle NUC-Spezifikation im Wesentlichen um zusätzliche optionale Montagelöcher, eine empfohlene Langzeitverfügbarkeit von mindestens fünf Jahren sowie eine Kühlkörperlösung für lüfterlose Designs in komplett geschlossenen Gehäusen. Genau definiert hat die SGET-Arbeitsgruppe zudem die Positionierung der externen Schnittstellen auf dem Board sowie zwei grundlegende Schnittstellentypen: Typ-1-Boards haben mindestens einen LAN-Port und zwei USB-Schnittstellen in der schlanksten Konfiguration. Typ-2-Boards einen weiteren LAN-Port sowie zwei UART/COM-Schnittstellen und einen PCI-Express-Steckplatz für Mini-PCIe- bzw. mSATA-Erweiterungen. Damit ist Embedded-NUC auch für sogenannte Headless-Systeme geeignet, die ohne Grafikunterstützung als reine Steuerungssysteme oder IoT-Gateways verwendet werden. Hinzu kommen bei beiden Varianten auch weitere, zusätzlich empfohlene Schnittstellen wie zwei weitere USB-Ports sowie je 1 × SATA, SD/mSD-Sockel, Video-Out (HDMI, DP, RGB, LVDS) und Audio.

Entwickler erhalten laut SGET damit eine klare Richtschnur, um einen Standardsatz von Eigenschaften für Embedded-NUC-Systeme bereitzustellen. Hierfür stehen jeweils 88 mm Breite an der vorderen und hinteren Seite der Platine zur Verfügung. Grundsätzlich kann bei Embedded-NUC-Boards jedoch jede von der Applikation benötigte externe Schnittstelle herausgeführt werden, beispielsweise CAN (wird von Intels »Atom«-Prozessoren nativ unterstützt) oder MIPI (wird bei manchen »Pentium«- und »Celeron«-Prozessoren von Intel sowie bei vielen »ARM«-Prozessoren nativ unterstützt).